Weiden. Warum Kommunikation bei Kranken besonders wichtig ist, der Patient ausreichend aufgeklärt werden sollte und wie Kinder mit dem Tod umgehen, wurde am sechsten Ethiktag im Klinikum in Weiden erklärt. Die Veranstaltung sorgte dabei für volle Plätze in der Personalcafeteria.
„Schau mich an, wenn ich mit dir rede!“ Der Blickkontakt sagt: Ich stehe als Mensch zu dem, was ich sage. Es ist mir wichtig. „Offen und ehrlich-gute Kommunikation im Krankheitsfall“ war das Thema des sechsten Ethiktags, veranstaltet vom Klinischen Ethikkomitee der Kliniken Nordoberpfalz AG. Bei der Begrüßung konnte Dr. Manfred Hausel, Vorsitzender des Klinischen Ethikkomitees, Lehrer von Berufsfachschulen und Gymnasien, Seelsorger beider Konfessionen und viele Pflegekräfte und Ärzte aus Kliniken und dem niedergelassenen Bereich willkommen heißen. Auch die Partner wie OTH Weiden- Amberg, VHS, Förderverein für Schwerkranke, SPZ, Maria-Seltmann-Haus und der AOK waren vertreten.
In der vollbesetzten Cafeteria beschrieb Oberbürgermeister Kurt Seggewiß als Schirmherr die Macht des Wortes. Er betonte, wie wichtig die Wahrheit im Krankheitsfall ist und eine Notlüge vielleicht bequem, aber nicht fair dem Patienten und den Angehörigen gegenüber ist. Der Ärztliche Direktor, Dr. Thomas Egginger, bestätigte die Wichtigkeit des Themas.
Gerade die Kommunikation mit Patient und Angehörigen ist eine sehr sensible Angelegenheit.
Blicke sagen mehr als Worte
Dr. Christoph Seidl, Priester und Beauftragter für die Krankenhaus- und Hospizseelsorge der Diözese Regensburg, sprach über die Kommunikation „mit allen Sinnen“. Das gesprochene Wort macht bei der Kommunikation lediglich fünf Prozent aus. Über Haltung und Gesten signalisieren wir unserem Gegenüber die Meinung. Er gab den Zuhörern mehrere Vorschläge mit nach Hause: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, Ansehen ist Diamant. Wenn die Worte fehlen, beginnt eine intensive Kommunikation: „Mir fehlen die Worte, aber ich sehe Ihren Schmerz.“
Über Therapieentscheidung zwischen Patientenwillen und Patientenautonomie sprach Dr. Heribert Stauder, Onkologe und Vorsitzender des Klinischen Ethikkomitees am Klinikum Barmherzige Brüder Regensburg. Umfassend und verständlich aufgeklärt, sollte der Patient in der Lage sein, seine Therapie selbst auswählen zu können.
Bei jeder Maßnahme kommt es darauf an, zum einen die Indikation zu überprüfen, also festzustellen, ob der Eingriff überhaupt angezeigt ist. Dabei müssen Fragen aus der Medizin, aus dem Recht und aus der Ethik berücksichtigt werden. Neben der Indikation ist zum zweiten der Patientenwille, also die Autonomie festzustellen und zu berücksichtigen. Das ist seit einigen Jahren auch im Gesetz verankert.
Wie Kinder mit dem Tod umgehen
Bei dem Thema Kinderpalliativversorgung berichtete Dr. Marlene Volz-Fleckenstein als Kinderonkologin und Palliativmedizinerin aus Regensburg. Sie erzählte von ihren Erfahrungen im Gespräch mit Kindern und Eltern bei Krankheitsverläufen, an deren Anfang die Diagnose einer unheilbaren, zum Tod führenden Erkrankung stand.
Kinder haben ihre eigene, recht klare Art, mit dem Tod umzugehen und legen zum Beispiel fest, mit welchem Kleid sie bestattet werden wollen und wie sie geschminkt werden sollen. Nach einem Gespräch zwischen Arzt und der Mutter, das zum wiederholten Male die infauste Prognose nahelegen sollte, sagte ein betroffenes Kind zum Beispiel: „Hoffentlich hat’s meine Mutter jetzt verstanden.“ Aber auch Trost und Liebe können von Kindern kommen, die im Sterben liegen. So beruhigte ein Kind die Eltern mit den Worten:
Ihr müsst nicht traurig sein, wenn ich sterbe, weil ich im Himmel bin. Schaut auf zu den Sternen, der hellste Stern bin ich.

