Tirschenreuth.  Im Jahr 2017 hat die Bayerische Staatsregierung zusammen mit Erzeugern, Wasserversorgern, Verbänden und Institutionen den sogenannten „Wasserpakt“ geschlossen. Zum internationalen Tag des Wassers hat das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eine Ausstellung im Eingangsbereich des Amtes organisiert, die über verschiedenste Maßnahmen zum Gewässerschutz informiert.

Behördenleiter Wolfgang Wenisch zeigte sich erfreut über die überwiegend positive Situation im Landkreis Tirschenreuth. Bezüglich des chemischen Zustands des Grundwassers gehöre der Landkreis zu den sogenannten Grünen Gebieten mit einer guten Beurteilung der Wasserkörper hinsichtlich der aktuellen Situation, aber auch im Hinblick auf Entwicklungstrends bei Nitrat, Phosphat und Pflanzenschutzmitteln. Auf 88 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen würden Auflagen nach dem Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm zu extensiven Bewirtschaftung berücksichtigt.

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Schutzstreifen am Feldrand

Von den 1500 Betrieben im Landkreis würden 1060 an Agrarumweltmaßnahmen teilnehmen. Diese reichten von bodennaher Gülleausbringung über Zwischenfruchtanbau bis hin zum Verzicht auf Düngung oder Pflanzenschutz. Auf einer Länge von insgesamt 100 Kilometern haben Landwirte an Feldrändern, die an Gewässer grenzen, Schutzstreifen angelegt, die der Artenvielfalt zugutekommen und vor Bodenerosion schützen. „Bei umfangreichen Kontrollen auf den Betrieben werden erfreulich wenige Verstöße gegen diese Extensivierungs- oder Umweltauflagen festgestellt“, sagte Wenisch.

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Waschmittel besser als Pulver

Das Sachgebiet Ernährung und Haushaltsleistungen gibt bei einer Ausstellung im Untergeschoss Tipps zum richtigen Wäschewaschen. 600.000 Tonnen Waschmittel gelangten in Deutschland pro Jahr aus Privathaushalten ins Abwasser. „Überdosierung bringt dabei kein besseres Waschergebnis, sondern nur höhere Kosten und eine größere Umweltbelastung“, sagte Schulleiterin Doris Eckl, die zu Pulverwaschmittel rät. Diese hätten die beste Waschkraft und die Verpackung im Karton vermeide gegenüber Flüssigwaschmitteln Plastikmüll.

Gülle emissionsarm ausbringen

Manfred Zintl vom AELF verwies auf die Demobetriebe von Johannes Dietz (Großensterz) und Johannes Wild (Schönthann), die Landwirten eine Plattform zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch bieten. „Hier können sich Landwirte informieren, welche Maßnahmen sich in der Praxis erfolgreich umsetzen lassen“, sagte Zintl.

Landwirte werden fast wie Verbrecher behandelt, wenn sie Gülle ausbringen. Das ist wertvollster Dünger,

sagte Andreas Henfling vom Maschinenring, der verschiedene Möglichkeiten zur emissionsarmen Gülleausbringung vorstellte. BBV-Kreisobmann Ely Eibisch ging auf die Diskussion um Stickstoff ein. 50 Prozent der Stickstoffverbindungen würden über den Verkehr, die Industrie und private Haushalte in den Umweltkreislauf eingebracht. „Unser Ziel ist es auf freiwilliger Basis Verbesserungen zu erreichen“, betonte Eibisch.

Energie gewinnen und Boden schützen

Elisabeth Sternemann vom Amt für ländliche Entwicklung stellte die Initiative „boden:ständig“ vor, die Erosions- und vorbeugenden Hochwasserschutz vorantreiben will. Weitere Referenten bei der Ausstellungseröffnung waren Christian Burkhard vom Fachzentrum Agrarökologie Amberg, Ludwig Peter vom LKP Bayern, Thomas Beer vom Landesfischereiverband und Markus Bäuml vom Fachverband Biogas Bayern, der für der Energiepflanze „Durchwachsene Silphie“ auf ökologischen Vorrangflächen warb. „Da keine jährliche Bodenbearbeitung notwendig ist und die Pflanze gleichzeitig ein weitläufiges Wurzelsystem bildet, können Silphiefelder Nährstoffe optimal binden und Auswaschung verhindern“, erklärte Bäuml.