Tirschenreuth. Was macht das Jugendamt? Wann kommt Jugendhilfe zum Einsatz? Gehören Kinderrechte gesondert ins Grundgesetz? Diese und mehr Fragen beantwortete stellvertretender Jugendamtsleiter Peter Gold.
Als stellvertretender Jugendamtsleiter ist Peter Gold ein goldrichtiger Ansprechpartner in Sachen Arbeit in der Jugendhilfe im Landkreis Tirschenreuth. Seit ein paar Wochen ist JU-Kreisvorsitzender Matthias Grundler Mitglied im Jugendhilfeausschuss. Er und Mario Rabenbauer, JU-Kollege im Kreistag, trafen sich mit ihm zum Austauch.
„Die Jugendhilfe leistet einen großen Beitrag für eine positive Entwicklung junger Menschen“, sagt Grundler. Große Bedeutung sprechen der Jugendhilfe auch CSA-Kreisvorsitzender Huberth Rosner und Tina Zeitler, Kreisvorsitzende der Frauen Union, zu.
Welche Aufgabenbereiche und Leistungen decken das Jugendamt und die Jugendhilfe ab? Das Amt biete den Familien eine ganze Palette an Beratungsleistungen – es muss sich dabei aber nicht immer um große Familienkrisen handeln, wie Gold erklärte. Das Jugendamt helfe auch bei der Beantragung zur Familienförderung oder der Vermittlung von Ansprechpartnern – zum Beispiel zur Jugendpflegerin Theresia Kunz oder zur „Koordinierenden Kinderschutzstelle“ (KoKI).
Kinderrechte ins Grundgesetz?
Die Jugendhilfe kümmert sich aber auch um heiklere Fälle. „Dabei gilt es immer, zwischen Kindeswohl und den Rechten der Eltern abzuwägen“, erklärt Gold. Klar sei aber, dass gehandelt werden müsse, sobald Kinder gefährdet seien, wie Gold betonte. In diesem Zusammenhang diskutierte die Gruppe auch über die Forderung, Kinderrechte in einem eigenen Artikel in das Grundgesetz aufzunehmen.
„Ein solcher Schritt muss gut durchdacht sein“, lautete das Fazit. Die Rechte der Kinder und Jugendlichen seien schon jetzt sehr umfangreich unter anderem durch die Rechtsprechung geregelt. Bei einer Änderung des Grundgesetzes müsse man berücksichtigen, ob am Ende wirklich eine Verbesserung für die Kinder stehe, oder ob diese nur neue rechtliche Hürden schaffe.
Tirschenreuth kein Brennpunkt
„Im Vergleich zu den Großstädten ist der Landkreis Tirschenreuth kein besonderer Brennpunkt“, zieht Gold am Ende eine positive Bilanz. Nichtsdestotrotz baue man das Angebot an Beratung und Anlaufstellen auch im Landkreis weiter aus. Mittlerweile ist in 13 Grund-, Mittel- und Förderschulen im Landkreis eine Jugendsozialarbeiterstelle eingerichtet. Kinder und Eltern, die in der Schule oder auch zu Hause Probleme haben, finden dort Ansprechpartner.
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