Tirschenreuth. Regelmäßig bietet die Kommunale Jugendarbeit Schulungen zu aktuellen Themen der Kinder- und Jugendarbeit an. Gleich zwei dieser sogenannten „BetreuerImpulse“ fanden dieses Frühjahr statt und waren sehr gut besucht. „Typisch Frau?!“ und „Genuss & Spaß – Rausch & Risiko“. 

Am ersten Termin befassten sich die Teilnehmer in den Räumen der Lebenshilfe in Mitterteich mit dem Thema „Geschlechterreflektierte Jugendarbeit mit Mädchen“. Unter dem provokantem Motto „Typisch Frau?!“ wurden die gesetzlichen Hintergründe, die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und weitere Aspekte wie beispielsweise Gewalterfahrungen und Essstörungen bei Mädchen betrachtet.

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Essstörungen bei Jugendlichen

Mit der Sozialpädagogin Ulla Thiem, Mitglied in der Kommission Mädchen- und Frauenarbeit des Bayerischen Jugendrings und Dozentin an der Fachakademie für Sozialpädagogik Nürnberg – Schwerpunkt Genderpädagogik – holten sich die Organisatoren eine sehr erfahrene Referentin ins Haus. Schockierend: Bei jedem dritten Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren gäbe es Hinweise auf eine Essstörung, bei den Jungen sind 13,5 Prozent auffällig zitierte Thiem aus dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) des Robert Koch-Instituts.

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An zahlreichen Beispielen zeigte die Referentin auf, welchen enormen Einfluss die Wirtschaft und die Werbung auf die Verstärkung bestehender Stereotype gegenüber den Geschlechtern haben. „Warum muss denn ein Kinderrasenmäher zum Spielen für Kinder unbedingt rosa sein?“, so Thiem. Behinderte Mädchen würden des Weiteren unter ganz anderen Bedingungen aufwachsen als nicht behinderte Mädchen. Anhand zahlreicher Praxisbeispiele wurde mit den interessierten Teilnehmern vielfältige Möglichkeiten erarbeitet, wie die Thematik in Kinder- und Jugendgruppen als Querschnittsthema verankert werden könnte. Kooperationspartner dieser Veranstaltung war das Netzwerk Inklusion im Landkreis Tirschenreuth.

„Alles kann zur Sucht werden“

„Genuss & Spaß – Rausch & Risiko“ – unter diesem Titel fand der zweite BetreuerImpuls zum Thema (Sucht-)Prävention in der Kinder- und Jugendarbeit in Kooperation mit der Arbeitsgruppe Prävention statt. Die Sozialpädagoginnen Theresia Schwarz und Sabine Frank wechselten sich als Referentinnen ab und bearbeiteten nach einem alkoholfreien Begrüßungscocktail unterschiedliche Aspekte der Suchtprävention.

Die Teilnehmer sammelten in Kleingruppen und im Plenum die nahezu unüberblickbare Vielzahl unterschiedlichster Süchte und Suchtmittel. Nahezu alles könne zur Sucht werden erkannten die Teilnehmer. Der verantwortungsvolle Umgang mit legalen Suchtmitteln wie beispielsweise Alkohol oder Computernutzung und die Stärkung von Lebenskompetenzen sind wichtige Aspekte, Kinder und Jugendliche stark zu machen so die Referentinnen zu den Zielen der Suchtprävention. Sowohl die kurzfristigen und langfristigen Risiken sowie auch die Gründe von Suchtmittelkonsum wurden anschaulich dargestellt. Die Referentinnen betonten die enorme Bedeutung der Vorbildfunktion von Aktiven in der Kinder- und Jugendarbeit und vom Umgang mit Suchtmitteln im Vereinsalltag allgemein. Den Teilnehmern wurden unterschiedliche Methoden vorgestellt, dieses Thema in der eigenen Jugendgruppe zu bearbeiten.

BetreuerImpuls Herbst „Lasst und Spielen!“

Die dritte Schulung in diesem Jahr in dieser Art findet am Freitag, 19.10.18 von 15:00 bis 18:30 Uhr in den Räumen der Lebenshilfe in Mitterteich in Kooperation mit den Netzwerk Inklusion statt. Es werden Einsatz und Wirkung von Spielen in der Jugendgruppe reflektiert und anhand ganz praktischer Übungen die Spiele direkt ausprobiert. Alle BetreuerImpulse sind kostenlos und können für die Verlängerung der Jugendleitercard (Juleica) angerechnet werden.

[box type=“info“ style=“rounded“]Infos und Anmeldung zu BetreuerImpuls Sabine Frank, Kommunale Jugendarbeit im Landkreis Tirschenreuth, Mähringer Str. 9, 95643 Tirschenreuth, Tel.: 09631/88-284, Mail: sabine.frank@tirschenreuth.de[/box]