Der Pressather Bürgermeister Bernhard Stangl legte am Kriegerdenkmal in der Professor-Dietl-Anlage gemeinsam mit Donald Cannon Kränze nieder. Der Vietnamveteran (85) war 1965 und 1966 im Kriegseinsatz. Heute lebt er in Pressath und ist Vertreter des Vereins „Veterans of Foreign Wars“.
Anschließend gedachte Pfarrer Edmund Prechtl dem Ukraine-Krieg. Auch Deutschland und Europa seien durch die geografische Nähe betroffen.
Bernhard Stangl erinnerte an die Geschichte des Volkstrauertags. Es gehe nicht um Schuld und Sühne, sondern darum, nicht zu vergessen:
1938 brannten Synagogen – heute gibt es wieder Brandanschläge. Jüdische Kinder haben Angst, Familien bekommen Drohbriefe und es wird ihnen geraten öffentliche Plätze zu meiden.
Bernhard Stang
Antisemitismus sei wieder modern geworden. Auch mit seinen Bürgern geht der Rathauschef ins Gericht: „Die AfD ist in Sachsen als verfassungsfeindlich eingestuft. Dennoch haben bei der Landtagswahl 25 Prozent der Pressather für sie gestimmt.“ Für Bernhard Stangl besonders dramatisch, denn die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg ist nur eine Stunde von Pressath entfernt.

