Grafenwöhr. 110 Millionen Menschen sind beim 2. Weltkrieg in den Krieg getrieben worden und 55 Millionen fanden dabei den Tod. Nicht nur daran wurde am Volkstrauertag gedacht.
Von Renate Gradl
Der Volkstrauertag war für die Vertreter der Stadt, Vereine und Verbände ein Tag des Innehaltens und der Trauer. Es ging dabei nicht nur um die Opfer vergangener Weltkriege, sondern auch allen, die bis jetzt zu beklagen sind, weil sie in kriegerischen Auseinandersetzungen verwickelt waren. „Das höchste Anliegen der Menschen ist die Sehnsucht nach Frieden, Freiheit, Menschenrechte und Versöhnung“, betonte Bürgermeister Edgar Knobloch bei seiner Gedenkrede am Ehrenmal vor dem Rathaus.
Fremden mit Achtung begegnen
Der Bürgermeister rief zur Verantwortung auf, dass wir unseren Kindern demokratische Grundwerte vorleben und Zivilcourage zeigen. Frieden und Freiheit seien die höchsten Güter. „Sich für diese Ziele einzusetzen, ist das höchste Gebot, hier und überall auf der Welt“, stellte Knobloch klar heraus. Auch menschenverachtendes Verhalten gegenüber Ausländern und anders Denkenden dürfe nicht geduldet werden.
Lektionen aus Erinnerungen
Weil aber Erinnerungen verblassen und immer weniger Menschen unter uns sind, die das Grauen zweier Weltkriege und die Grausamkeiten der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erleben und erleiden mussten, sei es unsere Pflicht, immer wieder aufs Neue an den Gedenksteinen unserer Toten an dieses Verbrechen an der Menschheit zu erinnern.
Wer sich die Vergangenheit nicht bewusst macht, läuft Gefahr, sie zu wiederholen“
so der Redner. Stadt, Bundeswehr, amerikanische Soldaten und Veteranen legten Kränze am Ehrenmal ab. Der Bürgermeister bedankte sich bei allen Teilnehmern, insbesondere Stadtpfarrer Bernhard Müller, der eine Messe in der Mariä-Himmelfahrtskirche zelebrierte und Gebete sprach, den Trommlern des Spielmannszuges sowie der Stadtkapelle Grafenwöhr, die die Gedenkfeier musikalisch umrahmten.

