Die Welt ist voller toller Innovationen. An einem Problem allerdings scheitert die Menschheit kläglich, wie schon ein großer Bayer vor über 80 Jahren feststellte.

Von Hans Hansen

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Die Menschheit – was hat sie nicht wundervolles vollbracht: Wir Menschen waren am Mond, der Gencode ist längst entschlüsselt und bei WhatsApp kann man seinen Status alle Stunde wechseln lassen.

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Auch auf medizinischem Gebiet grandiose Fortschritte: Eine neue Hüfte oder gar ein neues Herz – quasi Routine. Die Pest oder Kinderlähmung sind praktisch ausgerottet und selbst unförmige Nasen, fehlendes Kopfhaar oder mangelnder Vorbau sind per plastischer Chirurgie längst überhaupt kein Problem mehr. Alles bestens also?

Nein.

Eine kleine, unscheinbare und so harmlose wie nervige Erkrankung widersetzt sich hartnäckig allem medizinischen, technischen und was-weiß-ich-noch-welchen Fortschritt. Selbst 5 Millionen Jahre nach der Menschwerdung plagt er uns, nach wie vor ohne jede Aussicht auf Hilfe: Der Schnupfen.

1000 Ideen, aber keine Lösung

Eigentlich müssten schon allein wegen mir die Aktien der Tempo-Taschentücher- und Teebeutel-Hersteller nur so in die Höhe rauschen. Dazu kommen die ganzen Euros, die ich in Apotheken trage und damit einen ganzen Koffer voller Wundermittel erstehe – nur: Wirklich helfen tut das ganze Zeug allenfalls dem Apotheker.

Sämtliche Hausmittel („der Schwager meines Nachbarn nimmt immer…“) von Inhalieren bis Melkfett-bei-Vollmond-hinter-die-Ohren (oder, gern ausprobiert: die Zoigl-Kur) sind ganz nett und lindern auch da und dort – nur: Weg ist der Schnupfen immer noch nicht.

Dabei ist der Schnupfen (nur noch übertroffen vom Tod) der letzte große Gleichmacher unserer Gesellschaft: Er betrifft uns alle bei Zeiten und niemand, wirklich niemand hat ein Mittelchen dagegen, auch nicht superreiche Oligarchen mit eigener Klinik auf der Yacht. (Wenn er es nämlich hätte wäre er Weltmarktführer bei Arzneimitteln.)

Und trotzdem sind auch die Wartezimmer von oberpfälzer Ärzten voll mit schniefenden und hustenden Ratsuchenden. Aber auch hier gilt nach wie vor die alte Weisheit: Eine Grippe auskurieren dauert eine Woche, mit Arzt 7 Tage.

Heute ist mein Tag 8. Hatschi.

Alles ham’s erfunden: Autos, Flugzeuge und sogar einen Fernseher. Aber gegen den Katarrh ham’s noch nix erfunden!

Karl Valentin, 1935