Es ist an jener Stelle, wo früher oberhalb der Anlage die Bahnlinie der Nebenstrecke Floß – Flossenbürg verlief. Damals war es das stark und auffällig wuchernde Efeu, der das Gemäuer in Mitleidenschaft zog, der Grund und die Ursache des Mauerschadens. Das ist auch bei diesem Mauereinsturz anzunehmen. Außerdem grenzt die Mauer an einem steil abfallenden Böschungsbereich, der sich durch starke Regenfälle der letzten Wochen in Richtung Mauer bewegte. Der Schaden dürfte mit Sicherheit nicht durch Fremdeinwirkung entstanden sein.
Nicht „irgendeine Mauer“
Die Friedhofsanlage steht im Eigentum des Landesverbandes der israelitischen Kultusgemeinden in Bayern mit Sitz in München und ist ein fester Bestandteil der Flosser Baudenkmäler. In der Denkmalschutzliste aus dem Jahre 1973 ist sie wie folgt eingetragen: „Jüdischer Friedhof, Anlage gegen 1700, zahlreiche Grabsteine des 18., 19. Und 20. Jahrhunderts“.
Nachdem sich die ersten Juden aus Neustadt/WN kommend im Jahre 1684 in Floß angesiedelt hatten, gab es 1692 die erste Beerdigung auf dem damals schon erworbenen Grundstück. Schon 1729 war der Platz zu klein und die jüdische Gemeinde musste eine Erweiterung beantragen. Das wiederholte sich in den Jahren 1754, 1780, 1806 und 1811.
1775 baute die Gemeinde um den Friedhof eine Mauer aus Granit, die 1778 und 1842 erweitert wurde. Daran hat sich bis heute nichts mehr geändert. Lediglich Mauerverfugen wurden in den letzten Jahrzehnten wiederholt durchgeführt, um Mauereinstürze zu verhindern.
Bauarbeiten im Frühjahr
Der entstandene Schaden erstreckt sich auf eine Mauerlänge von bis zu sechs Metern. Während des Mauereinfalles kam niemand zu Schaden. Vor acht Jahren hatte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege gemeinsam mit dem Friedhofsbetreiber festgelegt, dass die Sanierung des alten Mauerwerkes mit den vorhandenen Mauersteinen durchgeführt werden muss. Das ist auch diesmal wieder der Fall.
Träger der Baumaßnahme ist der Landesverband in München, der damit auch für die Finanzierung des Schadens zuständig ist. Für das Bauprojekt liegt ein Angebot einer Fachfirma aus Cham vor, das erhebliche Gesamtkosten vorsieht. Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr aufgenommen und fertiggestellt werden. Erste Hilfe hat der Markt Floß einvernehmlich mit dem Landesverband abgesprochen und die Schadstelle abgesichert.

