Tirschenreuth. Clara Zetkin bis Barbara Stamm, von Gesine Schwan bis zu Gretas Freitags-Aktionen – die Spannweite vom neuen Selbstbewusstsein vieler Frauen in den Zwanzigern bis zu problematischen Entwicklungen in der Welt der Influencerinnen heute ist beachtlich.

Der Abend zu „100 Jahre Frauenwahlrecht“ im Rahmen der vhs-Reihe „Politik aktuell“ blickte nur kurz auf das Jahr 1919. Schnell lenkte Kursleiter Friedrich Wölfl den Blick auf Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten. Und bald war die Diskussion bei aktuellen Bemühungen um Quoten oder um Parität, die auch die Bundeskanzlerin kürzlich als „neues Ziel“ formulierte. Unterlegt war der Abend mit Erhebungen zum Wahlverhalten von Frauen und Männern, zu den Frauenanteilen in Parteien, Parlamenten und Ministerien oder zu Positionen, wie sie etwa ein „Parité“-Gesetz mit sich brächte.

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Zu einer regen Diskussion kam es bei den Fragen zu Barrieren, wenn Frauen auf verschiedenen politischen Ebenen aktiv sein wollen. Oft herrschten Mechanismen und Filter auf dem Weg nach oben, die sich stark an männlichen Biographien ausrichten, so über Berufe und Netzwerke. Ebenso beeinflussen die Aufgabenverteilungen in der Familie ihre Chancen und Grenzen. Ein Soziologe fand die schöne, mit Daten belegte Formulierung, bei vielen Männern gelte beim Thema partnerschaftliches Verhalten „verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre“.

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Ergänzt wurden die Gespräche mit den Erfahrungen einer langjährigen Kommunalpolitikerin. Sie sah jedoch die Zukunft für die Frauen in der Politik trotz schwieriger Bedingungen „sehr optimistisch“. Karikaturen, Plakate, Fotos wechselten sich ab mit Positionen von Politikerinnen, Wissenschaftlern und Organisationen.

Gibt es einen weiblichen Politikstil?

Ein zweites Thema regte ebenfalls zu Gesprächen an: Gibt es einen weiblichen Politikstil? Es mag Tendenzen geben, aber der genaue Blick auf jede Person ist wohl ergiebiger: Da mag man in einer Bundeskanzlerin schon die typischen, oft männlich codierten an Macht orientierten Verhaltensweisen entdecken. Andererseits pflegen Männer oft auch einen stark team- und kommunikationsorientierten Umgang, den man klischeehaft eher den Frauen zuschreiben würde. Schlichte geschlechtstypische Zuordnungen sind selten gerecht. Tipps? Im politischen Raum könnten sich über weibliche Netzwerke Steigleitern nach oben ergeben. Aber auch: Das Prinzip „Franz fördert Franz“ müsste schon von Männern verringert werden.

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Das nächste Thema der Reihe ist an Aktualität kaum zu überbieten: „Brexit: Briten, good bye?“ Und das Fragezeichen ist nicht unwichtig in den letzten Tagen der Verhandlungen. Der Kurs will die Situation darstellen und die Folgen für die EU und für Deutschland sortieren.

Der Termin ist Dienstag, 12. März 2019. Anmeldung bei der vhs ist unbedingt erforderlich bis Freitag (8. März) unter Telefon: 09631 88-205, Fax: 09631 88-306, E-Mail: vhs@tirschenreuth.de, Internet: www.vhs-tirschenreuth.de.  [/box]