Neustadt/WN. Eines schon einmal vorneweg: Die Sicherheitslage im Zuständigkeitsbereich der Polizei Neustadt/WN ist sehr gut. Bei der Vorstellung des Sicherheitsberichts zog die Neustädter Polizei positive Bilanz: Mit der Aufklärungsquote von 72,2 Prozent erreicht die PI Neustadt/WN einen Spitzenwert. Da können selbst der bayernweite und oberpfälzer Wert nicht mithalten. 

Fast alle Bürgermeister der insgesamt 15 Gemeinden im Zuständigkeitsbereich der Neustädter Polizei waren der Einladung zur Vorstellung des Sicherheitsberichts für das Jahr 2016 gefolgt. Gespannt lauschten sie Werner Hanauer, Stefan Moller und Sachbearbeiter Verkehr Tobias Wirth, die den Kriminalitäts- und Verkehrslage vorstellten: Obwohl die Straftatenanzahl nach der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS) um 83 Fälle auf nunmehr 1.197 Fälle leicht stieg und die Aufklärungsquote leicht sank, kann sich die Bilanz sehen lassen: Sowohl bei der Aufklärungsquote mit 72,2 Prozent als auch beim Häufigkeitswert von 30 meldet die PI Neustadt/WN Spitzenwerte. Die bayernweite Aufklärungsquote von 65,9 Prozent und auch der Oberpfälzer Wert von 67,4 Prozent können da nicht mithalten.

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Bei ausgewählten Deliktsbereichen erläuterte Polizeihauptkommissar Stefan Moller die Kriminalstatistik näher. Bei der Gewaltkriminalität gingen die Fallzahlen von 44 im Jahr 2015 auf nunmehr 28 Fälle zurück. Das ist der niedrigste Wert seit zehn Jahren! Davon wiederum handelte es sich in 22 Fällen um gefährliche oder schwere Körperverletzungsdelikte. Erfreulicherweise werden in diesem Bereich stolze 92,2 Prozent erfolgreich aufgeklärt. Wir erinnern uns als negatives Beispiel dieses Bereichs an den Fall eines versuchten Totschlags in Neustadt/WN: Damals hatte ein Mann (29) seinen Vater im Keller eines Einfamilienhauses fast tot geschlagen. Der Täter wurde mittlerweile vom Landgericht Weiden zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

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Weniger Körperverletzungen – mehr Diebstähle

Im Jahr 2016 gab es 18 Körperverletzungsdelikte weniger als im Jahr zuvor. Dafür wurde aber mehr gestohlen: 246 Fälle bearbeitete die Neustädter Polizei. Auch wenn das erst einmal nach viel klingt: Es ist immernoch der zweitniedrigste Wert seit 10 Jahren.

Die Zuhörer interessierte vor allem das Thema Wohnungseinbrüche. Schließlich stellen sie doch einen Eingriff in die intimste Privatsphäre dar und beeinträchtigen das subjektive Sicherheitsgefühl enorm. Moller hatte gute Nachrichten: Die Fallzahlen sinken. Während im Jahr 2015 noch 24 Wohnungseinbrüche begangen wurden, mussten die Neustädter Ordnungshüter 2016 nur noch 13 Fälle bearbeiten. „Es steht aber außer Frage, dass selbst diese 13 Fälle noch zu viel sind“, so der Polizeihauptkommissar. Nach einer Einbruchsserie in Mantel und Weiherhammer hat die Polizei unverzüglich reagiert: Uniformierte Beamten, aber auch Zivilstreifen hielten verstärkt die Wohngebiete im Auge. Moller appellierte an die Bürgermeister: „Machen Sie die Bürger bei jeder sich bietenden Gelegenheit darauf aufmerksam, verdächtige Wahrnehmungen sofort zu melden!“ Die beste Alarmanlage sei laut Moller ein wachsamer Nachbar.

Im Bereich der Asylproblematik war keine Steigerung der Kriminalität festzustellen. Häufig fanden die Auseinandersetzungen zudem in den Asylbewerberheimen unter den Bewohnern statt. Bei einem weiteren aktuellen Problemthema, den „Reichsbürgern“, konnte Moller keine verlässliche Zahlen vermelden. Aufgrund von laufenden neuen Meldungen, aber auch Ausschlüssen nach Überprüfungen, können keine konkreten Zahlen genannt werden.

Zahl der Verkehrsunfälle geht zurück

Auch Polizeihauptkommissar Tobias Wirth, als neuer Sachbearbeiter Verkehr, hatte gute Nachrichten: 2016 gab es 1.104 Verkehrsunfälle, somit 166 (-13,07 Prozent) Unfälle weniger als im Vorjahreszeitraum. Dies steht im Gegensatz zum Trend der Gesamtzahlen des Polizeipräsidiums Oberpfalz, die im Vergleich zum Vorjahr um 2,90 Prozent gestiegen sind. Dabei gab es mit 775 Fällen aber zum Glück überwiegend „Kleinunfälle“. In 145 Unfällen kamen Personen zu Schaden, 184 fallen in die Kategorie „Schwerwiegende Verkehrsunfälle mit Sachschaden“. Während im Jahr 2015 im Dienstbereich der Polizei Neustadt sechs Personen ihr Leben verloren, ging die Anzahl der Unfalltoten im Jahr 2016 auf drei Personen zurück. Auch gab es weniger Schwerverletzte.

Häufig sind die Ursachen für Unfälle überhöhe Geschwindigkeiten und Alkoholkonsum am Steuer. Die Fälle gingen im Bereich der Neustädter Polizei aber zum Glück drastisch zurück.

Auch 2017 wollen die Neustädter Polizisten der Verkehr verstärkt überwachen: Verstöße gegen die Gurtanlegepflicht, das Telefonieren am Steuer und auch Geschwindigkeitsverstöße werden unnachsichtig geahndet, damit die Ziele des Verkehrssicherheitsprogramms „Bayern mobil – sicher ans Ziel“ auch erreicht werden können.