„Als der Film nach Schwandorf kam“, heißt das diesjährige Sommerstück der Theaterbühne Schwandorf, das am Donnerstag im Fronberger Schlosshof Premiere feierte. Wetter, Ambiente, Bewirtung und ein kurzweiliges Szenenspiel bescherten den Besuchern einen unterhaltsamen Abend. Drei weitere Aufführungen folgen.

Ein Vampirfilm sorgt für Aufregung

Ausgerechnet im verschlafenen Nest Schwandorf soll in den 1930er Jahren der erste Vampir-Tonfilm gedreht werden. „Die ganze Welt wird uns beneiden“, ist Bürgermeister „Andi“ (Manuela Pürzel-Lehner) überzeugt. Ehefrau Susi (Susanne Steinshorn) und zweite Bürgermeisterin Ursula Köhler (Sabrina Obendorfer) träumen von einer Filmkarriere, als ein Team aus Berlin anrückt und nach Komparsen und Statisten sucht.

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Regisseur Helmut Böhm (gespielt von Fabian Wolf) ist begeistert von der ländlichen Idylle in „Schweinsdorf“ und den dort lebenden Naturtalenten. Im Gegensatz zu seiner Kamerafrau Ilse (Johanna Zechmann), die völlig anderer Meinung ist: „Hier stinkt’s und die Leute sind alt, hässlich und dumm“. Für sie ist Schwandorf das „Dorf der Verdammten“, für den Regisseur dagegen der „ideale Drehort mit Potenzial“.

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Hindernisse und Highlight während der Dreharbeiten

Das Rathaus bereitet sich auf einen Besucheransturm vor, plant den Bau eines Hotels und schmiedet Pläne für einen Luftkurort. „Gerda, wir schreiben Geschichte“, ruft der Bürgermeister seiner Magd Gerda (Becky Sieber) zu. Sie antwortet verlegen: „Ich kann aber gar nicht schreiben“.

Es wird ein Dreh mit Hindernissen. Vampir Rolf (Bernd Eichinger) hat es auf die Film-Diva Hildegard Lehmann (Maria Ziegler) abgesehen, wird aber bei seinen Annäherungsversuchen immer wieder gestört. Einmal brüllt die kalbende Kuh, dann grätscht die Hühner-Helga (Sabine Brunner) dazwischen, und schließlich taucht auch noch der Pfarrer (Hans Wilhelm) auf, um nach dem Rechten zu sehen. „Die Stimme unter dem Tisch“ (Nina Steinshorn) übersetzt den Zuschauern auf der gut gefüllten Theatertribüne das „Gepiepse“ der Diva. Beim Umbau des Bühnenbildes ist Tischler Otto (Lucas Mauerer) gefordert.

Schwandorfs Rache und weiterführende Vorstellungen

Das Filmteam hinterlässt in Schwandorf Spuren der Verwüstung. Noch schlimmer aber: Die dort gedrehten Szenen kommen in der Endfassung überhaupt nicht vor. Die Schwandorfer rächen sich und laden die Akteure noch einmal in ihre Stadt ein, um ihnen „das Gruseln“ zu lehren. Manuela Pürzel-Lehner und Sabrina Obendorfer bedankten sich beim Schlossherrn Hubertus Breidbach von Bürresheim und bei der Familie Horsch für die Unterstützung sowie bei den Regisseurinnen Kirstin Rokita und Yvonne Hofmann für die Probenarbeit. Weitere Vorstellungen zeigt die Theaterbühne am 18., 19. und 20. Juli jeweils um 20.30 Uhr im Fronberger Schlosshof. Karten sind im Haushaltswarengeschäft Schreiner in Schwandorf, Friedrich-Ebert-Straße, zum Preis von 18 Euro erhältlich.