Weiden. Mit gepflegter Eleganz eröffnete bei hochsommerlichen Temperaturen das „Salonorchester Marienbad“ unter der Leitung von Konzertmeister Jakub Sedlácek und Konzertmeisterin der Pilsener Philharmonie, Hana Hložková, die Sommerserenaden-Saison 2017 in Weiden. In der wundervollen Atmosphäre des Max-Reger-Parks entführten die zehn Vollblut-Musiker zahlreiche Zuhörer in die schillernde Welt der Operetten-Musik und Musik von Promenaden aus westböhmischen Kurorten.

Von Jürgen Wilke

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Das Repertoire reichte unter anderem von „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach, der Arie „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ von Franz Lehár, über Konzertwalzer und schneller Polka von Johann Strauss, bis „Die Cszárdasfürstin“ von Emmerich Kálmán, und “Ich bin die Christel von der Post” von Carl Zeller. Erstmals lag die Serenaden-Organisation in den Händen der städtischen Eventmanagerin Gertrud Wittmann, die damit Sigrid Schneider ablöste. Bei der diesjährigen Eröffnung der Konzertsaison im Max-Reger-Park dankte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß der Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz, die mit ihrem Team wieder ein fantastisches Programm auf die Beine gestellt hatte. Vorsatz gab den Dank weiter an Gertrud Wittmann, die ihre „Generalprobe mit Bravour gelöst habe“.

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Ihr Dank ging auch an alle, die es ermöglichen, die beliebten Serenaden trotz finanzieller Engpässe am Leben zu erhalten. Paten für das Eröffnungskonzert waren der Rotary-Club Weiden und Regler Druckzentrum in Altenstadt/WN. Die herzförmigen „Serenaden-Buttons“ für 3 Euro, mit denen die Besucher das Sommerfestival unterstützen können – denn der Eintritt ist nach wie vor frei – verkauften Stadträtin Hildegard Ziegler und Gertrud Wittmann während der Serenade. Erstmals lag ein Gästebuch auf, in das Besucher Lob oder Kritiken eintragen können.

Heute Abend gehen die Sommerserenaden mit „A Tribute to Billy Joel“ in die zweite Runde.

Erfolgsgeschichte Sommerserenaden

Die Weidener Sommerserenaden im Max-Reger-Park blicken auf eine lange Tradition zurück. Der Vorläufer der jetzigen Veranstaltungen erblickte bereits vor 64 Jahren das Licht der Welt. Am 6. Juni 1953 fand in Weiden der 9. Nordgautag statt. In Verbindung mit dieser Großveranstaltung wurde unter dem damaligen Oberbürgermeister Hans Schelter der Max-Reger-Park mit dem Triton-Brunnen im Park eingeweiht. Im Rahmen der Einweihungs-Feierlichkeiten trat im Park die Gymnastikgruppe des Turnerbundes unter der Leitung von Lilly Kraus auf. Der Tanz wurde am Abend aufgeführt. Als es dunkel wurde, bildete die Gymnastikgruppe mit Fackeln das Emblem „M.R.“, für Max Reger. Die Sommerserenaden waren geboren, initiiert von der damaligen Verkehrsdirektorin Ria Kammerer-Guber. Ab diesem Zeitpunkt fanden zunächst jährlich nur zwei bis drei Serenaden statt. Getanzt wurde damals noch auf dem Rasen. Im Jahr 1984 übernahm Bernhard M. Baron die Aufgaben von Ria Kammerer-Guber. Auf sein Bestreben hin wurde im Jahre 1985 der Pavillon im Max-Reger-Park errichtet. Von da ab war dieser Pavillon das Podium für die Auftritte von Kapellen, Tanz- und Trachtengruppen, Blechbläserensembles oder Musikkorps. Bei größeren Gruppen wird vor dem Pavillon die Fläche durch Bühnenbau-Elemente vergrößert.

Im Jahr 1984 begannen die Verantwortlichen mit zehn Serenaden, die in den Sommermonaten jeden Mittwoch am Abend die Zuschauer in den Park lockten. Rasch gewannen diese Veranstaltungen derart an Beliebtheit, dass man bald dazu überging, nicht nur mittwochs um 19 Uhr sondern auch sonntags um 16 Uhr den Zuschauern Serenadengenuss im Park zu bieten. Seit 2007 organisiert das Amt für Kultur, Stadtgeschichte und Tourismus unter der Leitung von Petra Vorsatz die Veranstaltungsreihe.

Ihre Mitarbeiterin Sigrid Schneider übernahm die Serenaden-Organisation. Ab 2017 liegt diese Aufgabe in den Händen von Eventmanagerin Gertrud Wittmann. Von Mitte Juni bis Ende August wird dabei den Weidener Bürgern und ihren Nachbarn kostenloser Kulturgenuss geboten. Die Besucherstatistik, die jährlich nahezu 20.000 Gäste aufweist, zeigt, dass diese Veranstaltungen äußerst beliebt sind.

Bilder: Jürgen Wilke