Neustadt/WN. Laute Signale sind im Rettungswesen keine Besonderheit. Mit dem Martinshorn machen die Einsatzkräfte in Notfällen auf sich aufmerksam, um schnellstmöglich ihren Patienten zur Hilfe zu eilen. Wenn allerdings die Bürgerwehr einen donnernden Salut abfeuert, muss es sich um einen ganz besonderen Vorfall handeln.
Auch die Zahl der Funktionsträger, die am Sylvester-Sonntag um neun Uhr morgens an der Baustelle der neuen Rettungswache auflaufen, lassen einen besonderen Termin erahnen. „Für uns ist das ein besonderer Tag“, sagt Landrat Andreas Meier in seiner Funktion als Vorsitzender des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung. Der Zweckverband habe es sich auf die Fahnen geschrieben seine Arbeit regelmäßig zu evaluieren. Dabei habe sich gezeigt, dass die Rettungskräfte unter ungünstigen Umständen Gebiete im Gemeindebereich Flossenbürg nicht in der geforderten Einsatzzeit erreichen könnten. Seit dem 31. Dezember starten die Sanitäter jetzt von ihrer neuen Wache aus – auch, wenn die eigentlich noch gar nicht fertig ist.
Verzögerungen beim Baufortschritt
Einige Wände sind noch unverputzt, Türen und Bodenbelag fehlen. Für die diensthabenden Rettungskräfte dienen Container als Aufenthaltsraum.
Wenn es um die Rettung von Menschen geht, dann hat alles andere keine Priorität mehr,
zitierte BRK-Kreisvorsitzender Simon Wittmann einen Leitspruch des bisherigen BRK-Geschäftsführers Franz Rath. So habe die Rettung von Menschen auch Vorrang vor organisatorischen Problemen. „Wir können unser Gebiet jetzt wesentlich besser abdecken“, freute sich Wittmann. Bürgermeister Rupert Troppmann erinnerte an einige Diskussionen im Vorfeld der Standortverlagerung, etwa über die Eignung des Geländes. „Ich denke das haben wir gemeinsam gut gelöst. Wir haben alles dafür getan, dass dieser Tag heute möglich ist“, betonte der Rathauschef.
Rotkreuzhaus für Ehrenamtliche
„Ich glaube, dass sich ganz Neustadt mit uns freut“, sagte Dr. Gudrun Graf als Ärztliche Leiterin und als „Mentorin“ – so Simon Wittmann – des Projekts. Neben der Rettungswache entsteht auch das neue Rotkreuzhaus für die ehrenamtlichen BRKler, für dessen Finanzierung Graf unter anderem eine Bausteinaktion ins Leben gerufen hatte. Auch für die diensthabende Mannschaft der Wache hatte die Notärztin eine Überraschung vorbereitet. Wärmestofftiere sollen den Mitarbeitern die Übergangszeit in den Containern angenehmer machen. In den Reigen der freudestrahlenden Gäste reihten sich CSU-Kreistagsfraktionschef Dr. Stephan Oetzinger, Chefarzt Gerhard Wührl, der neue Kreisgeschäftsführer Sandro Galitzdörfer, Kerstin Walter und Sandra Ehinger von der Bereitschaft Neustadt sowie Herbert Putzer als Leiter der integrierten Rettungsleitstelle ein.

