Tirschenreuth. Umwelt, Natur und Artenschutz gewinnen auch im Landkreis Tirschenreuth zunehmend an Bedeutung – was sich auch an der Personalbesetzung widerspiegelt. 

Es gibt viele Möglichkeiten für Bürger und Kommunen zum Erhalt und zur Steigerung der biologischen Vielfalt beizutragen. Um Biodiversität im Landkreis weiter voranzutreiben, wird seit 1. Oktober Nicole Bergler am Landratsamt Tirschenreuth beschäftigt. Sie war vorher bereits als Fachkraft für Naturschutz an der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Tirschenreuth angestellt – Dr. Peter Fleischmann tritt an dieser Stelle in ihre Fußstapfen.

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Biodiversität oder auch Biologische Vielfalt bedeutet: Reichtum an Arten, Lebensräumen und Ökosystemen, aber auch die genetische Vielfalt innerhalb einzelner Pflanzen- oder Tierarten. Aufgabe der Biodiversitätsberaterin ist es, zusammen mit Eigentümern, Landbewirtschaftern, Kommunen, Verbänden und sonstigen Betroffenen natur- und artenschutzfachliche Maßnahmen und Ziele umzusetzen. Durch die Umsetzung von gezielten Maßnahmen soll die Biodiversität gefördert und der Biotopverbund ausgeweitet werden.

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Zusammenarbeit mit Landwirten

„Es begeistert mich, dass man laufend neues über die Flora und Fauna lernen und mit gezielten Maßnahmen verschiedene Arten schützen und deren Lebensräume erhalten und neue schaffen kann“, sagt Nicole Bergler. Sie ist auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen und dort noch immer verwurzelt. Wichtig sei es, mit den Landwirten zusammenzuarbeiten, sie genau zu informieren und zu unterstützen aber auch ihre Erfahrungswerte und Ideen einzubeziehen, wie Bergler erklärt.

Interessenten können sich jederzeit an die Biodiversitätsberaterin wenden. Um passende Maßnahmen umsetzen zu können, werden die entsprechenden Flächen vor Ort naturschutzfachlich eingeschätzt, Schutzziele werden bestimmt, die Betroffenen werden über Möglichkeiten zur Steigerung der Biodiversität beraten und über verschiedene Instrumente und Fördermöglichkeiten informiert.

Einen Schwerpunkt bildet die Umsetzung des Vertragsnaturschutzprogramms (VNP) und VNP Wald. Dieses honoriert die naturschutzfachlich angepasste Bewirtschaftung von Wiesen, Weiden, Äckern, Teichen und Wäldern. Durch eine schonende Bewirtschaftung wie beispielsweise den Verzicht auf Dünger und Pflanzenschutzmittel, angepasster Mahdzeitpunkt, Erhalt von Altgrasstreifen etc. können viele wertvolle Lebensräume erhalten und auch geschaffen werden und die vorkommenden Tier- und Pflanzenarten geschützt werden.

Neue Lebensräume schaffen – Arten schützen

Durch die Biodiversitätsberaterin sollen mehr Landschaftspflegemaßnahmen umgesetzt und angepasst werden. Auch neue Flächen sollen in die Landschaftspflege aufgenommen werden. Die Maßnahmen dienen zur Erhaltung, Pflege, Entwicklung und Neuschaffung von ökologisch wertvollen Lebensräumen sowie zum Artenschutz für im Bestand gefährdete heimische Tier- und Pflanzenarten.

Landrat Roland Grillmeier freute sich, dass das Thema Umwelt, Natur und Artenschutz mit den beiden neuen Stellen im Landkreis zusätzlich an Bedeutung gewinnt. Er sei in den letzten Wochen oft auf das Thema Biodiversität und was man hier machen könnte, angesprochen worden. Darin sei das Interesse und auch die Bereitschaft der Menschen zu erkennen mitzuwirken, auch wenn viel Informationsbedarf bestehe. Umso mehr freut es ihn, dass Bergler als ein Eigengewächs diese Aufgabe erfüllt. „Mit dem Landkreis ist sie bestens vertraut und konnte in der Vergangenheit bereits viele praktische Erfahrungen sammeln“, so Landrat Grillmeier.