In der Versammlung konnte der Kassenbericht nicht vorgelegt werden, was zur Folge hatte, dass alle Personen, die sich für eine Kandidatur in der neuen Vorstandschaft zur Verfügung gestellt hatten, sich von ihrer Bereitschaft zurückzogen. Die Gesichter der Anwesenden sind nach der turbulenten Versammlung geprägt von Trauer und Sorgen.

Wahl ohne Kandidaten

Bereits im Vorfeld wurde bekannt, dass der amtierende Vorsitzende, Andreas Kistenpfennig, nach fünf Jahren im Amt nicht erneut zur Wahl stehen wird. Als möglicher Nachfolger hatte sich Helmut Fukerider, ein langjähriges Mitglied und Urgestein der Bürgerwehr, bereiterklärt, das Amt des Vorsitzenden zu übernehmen. Er hatte bereits eine Mannschaft für die weiteren Posten zusammengestellt. Doch eine saubere und geprüfte Vereinskasse war für Fukerider die Grundvoraussetzung, um die Verantwortung für die Vorstandschaft zu übernehmen.

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Als während der Jahreshauptversammlung der Punkt der Neuwahlen aufgerufen wurde, wurde es still. Keine Namen wurden genannt, weshalb dieser Tagesordnungspunkt abgesagt werden musste. Die Sitzungsleiterin, Anna Nagler, stellte fest, dass die Neuwahlen nicht durchgeführt werden können und die aktuelle Vorstandschaft somit im Amt bleibt. Zugleich kündigte sie die bevorstehende Auflösung des Vereins an.

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Appelle und Tränen

Sebastian Dippold, der Bürgermeister von Neustadt, betonte in seinem Grußwort, wie wichtig die Bürgerwehr für die Stadt sei. Er stellte fest, dass ein Ende der Bürgerwehr nicht zwangsläufig der einzige Ausweg sein muss und appellierte stattdessen an die Mitglieder: „Bitte nutzt die Zeit, um eine Lösung zu finden.“

Auch Hermann Schmid, sichtlich bewegt, bat alle Anwesenden, sich noch einmal zusammenzusetzen und eine Lösung zu finden. Helmut Fukerider sprach am Ende noch einmal und betonte, dass es ohne eine geprüfte Kasse nicht möglich sei, die Verantwortung für die Bürgerwehr zu übernehmen. Er sprach von stürmischen Zeiten, die hinter der Bürgerwehr liegen und fühlte sich von einer Person im Stich gelassen.

Einstimmige Entscheidung für Prüfung der Kasse

Fukerider stellte einen Antrag dafür, dass der Kassier beauftragt wird, die Kasse mit allen Belegen abzuschließen und den Kassenprüfern zu übergeben. Dieser Antrag, zusammen mit einem Rücktritt des Kassiers, stellt für ihn die Grundvoraussetzung für einen eventuellen Fortbestand der Bürgerwehr dar. Dieser Antrag wurde von der Versammlung einstimmig angenommen.

Pressevertreter haben mit dem Kassier, Bernd Fuhrich, einen Tag nach der Versammlung gesprochen. Aufgrund seines Alters und einigen Urlauben habe er etwas hinterhergehinkt. Er versicherte, dass er alle Unterlagen, das Bargeld und die Belege erhalten hat und benötigt nun zwei bis drei Wochen, um alles zu buchen und die Kasse dann ordnungsgemäß zu übergeben. Eine Aufforderung zur Lieferung dieser Unterlagen hatte er bereits Ende November an den zweiten Vorsitzenden geschickt, jedoch ohne Erfolg. Nun bleibt abzuwarten, wie der zukünftige Weg der Historisch Bayerische Bürgerwehr Neustadt aussehen wird.