Hochrangige Militärs würdigten die Zusammenarbeit mit dem Bundesforsten und die Verdienste des leitenden Forstdirektors Ulrich Maushake, der nun in den Ruhestand geht. Der Kommandeur der US-Armee Garnison Bavaria Oberst Kevin Poole freute sich zur Eröffnung des Schauraums im Wasserturm besondere Ehrengäste begrüßen zu können. Dies waren die früheren Kommandeure des 7. US-Armee Ausbildungskommandos (7th ATC) in Grafenwöhr, der jetzige NATO-Oberbefehlshaber Viersterne-General Christopher Cavoli und Generalleutnant Toni Aguto. Gekommen waren auch der aktuelle 7th ATC-Kommandeur Brigadegeneral Steven Carpenter, Hartmut Harro Renk, Generalmajor der Bundeswehr und Oberstleutnant Florian Rommel.
Oberst Poole stellte die gute Zusammenarbeit des US-Militärs mit dem Bundesforst heraus. Es gäbe keinen besseren Platz, als den Wasserturm den Naturschutzwert des Übungsgeländes in einer Ausstellung zu demonstrieren. Der Bundesforstbetrieb Grafenwöhr wurde 2019 mit dem Preis der UN-Dekade ‚Biologische Vielfalt‘ ausgezeichnet, rund 900 geschützte Arten, die bereits auf der roten Listen stehen, seien im Übungsareal beheimatet, so Poole.
ITAM – Landmanagement für militärische Nutzung
ITAM steht für Integrated Training Area Management – durch Landmanagement und Koordinierung werden die Nutzung von Übungsräumen und Geländeabschnitten geregelt, sodass die Natur des Übungsplatzes erhalten bleibt, erläuterte ITAM-Managerin Jenna Snow. „Die Armee ist ein Landverwalter. Für die Ausbildung benötigen wir große Landflächen, die auch als seltenes zusammenhängendes, ungestörtes Ökosystem mit unglaublicher Artenvielfalt und hoher Umweltqualität fungieren“ so Snow.
In der Ausstellung wird mit einem großen Panoramabild des Ausblicks vom Schwarzen Berg auf das Übungsgelände und verschiedenen Schautafeln, Bildern und textlichen Erläuterungen die Entwicklung des Übungsgeländes mit seinem Naturschutzwert anschaulich demonstriert.
Laudatio auf Ulrich Maushake
Generalmajor Hartmut Kern, der seit Januar 2023 als Deputy Commanding General for Integration United States Army Europe and Africa in Wiesbaden eingesetzt und auch durch die Jagd mit dem Übungsplatz verbunden ist, hielt die persönliche Laudatio für leitenden Forstdirektor Ulrich Maushake, der Ende August in den Ruhestand geht. Er habe in den über 28 Jahren seiner Dienstzeit als Leiter des Bundesforstes wesentlich zur Entwicklung des Übungsplatzes beigetragen.
Kern kenne das Gelände aus seiner Zeit als Kompaniechef einer Panzereinheit noch als Schlammwüste, dies habe sich erheblich gewandelt. „An vielen Prozessen wie Umweltprogrammen, Waldbewirtschaftung und Emissionsschutz, Rotwildmanagement, Offenlandpflege, Trainingskonzepte, Teambildung, Zusammenarbeit und Nachbarschaftspflege hat Forstamtleiter Maushake einen großen Anteil“, sagte Kern. Der Bundeswehrgeneral stellte auch die Wichtigkeit von Grafenwöhr für die Ausbildung der US-Soldaten und NATO Truppen für deren Einsatzbereitschaft heraus, auch bei der Ausbildung der ukrainischen Truppen spiele Grafenwöhr eine Schlüsselrolle.
Mit der Enthüllung eines Portraitbildes von Ulrich Maushake überraschte Chris Irwin von 7th ATC Protocol, Irwin ist auch für die Gestaltung der Ausstellungsräume im Wasserturm verantwortlich.
Maushake: Es war ein großer Teil meines Lebens
Ulrich Maushake zeigte sich sichtlich gerührt. Es sei ihm eine große Ehre, dankte er den Generälen und Militärs und hob die gute Zusammenarbeit heraus. Einen großen Dank richtete Amtsleiter Ulrich Maushake an seine Förster und Mitarbeiter des Bundesforstbetriebs, ohne Sie wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen.
„Grafenwöhr ist der beste Übungsplatz in Europa und das beste Naturschutzgebiet in Europa. Ich werde Grafenwöhr vermissen, es war ein großer Teil meines Lebens“ so der scheidende Forstdirektor wörtlich.

