Weiden. Jetzt geht’s los! Anfang Dezember ging das Jugendprojekt für Versöhnung und Verständigung in Bayern und Tschechien an den Start. Bei einer Feier stellten sich die beiden neuen Mitarbeiterinnen der Öffentlichkeit vor. Tanja Fichtner aus dem Dekanat Weiden und ihre Kollegin Libuse Kucerová von der evangelischen Gemeinde der Böhmischen Brüder in As werden gemeinsam eine Grenzüberschreitende Jugendarbeit aufbauen.
Fröhliches Stimmengewirr auf Deutsch und Tschechisch empfing die Gäste aus beiden Ländern im Jugendgästehaus Altglashütte. Denn die Einführung der Projektmitarbeiterinnen bildete den Höhepunkt eines Weihnachtswochenendes, zu dem 35 Kinder aus beiden Ländern angereist waren. Klar, dass deshalb auch „O du fröhliche“ und „Stille Nacht, heilige Nacht“ zweisprachig erklang. Dekan Dr. Wenrich Slenczka aus Weiden und Pfarrer Jan Satke, Stellvertretender Senior des Seniorats Westböhmen der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder, segneten Tanja Fichtner und Libuse Kucerová für ihren Dienst. Pavel Klepácek, stellvertretender Bürgermeister der Stadt As und Miroslav Picka, Bürgermeister der Stadt Hranice, wünschten den beiden ebenfalls viel Glück und gutes Gelingen für ihre Arbeit. Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss aus Regensburg erinnerte in seinem Grußwort an die Zeit, als die Grenze ein Eiserner Vorhang war und freute sich über die Möglichkeiten zur Begegnung, die es heute gibt.
Tanja Fichtner und Libuse Kucerová wollen in den nächsten drei Jahren jungen Menschen Lust machen, das jeweilige Nachbarland kennen zu lernen.
Nur wenn man sich kennt und begegnet, spielen Vorurteile keine Rolle mehr.“
ist Tanja Fichtner überzeugt. Beide wollen schon bei den ganz Kleinen anfangen: „Wir planen zum Beispiel deutsch-tschechische Kindergartentage. Aber auch ein Medienprojekt in Prag und Berlin und Aktionen gemeinsam mit der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg stehen auf dem Programm.“ Dabei geht der Blick über die Kirchenmauern hinaus. Alle Interessierten sollen angesprochen werden.
Unterschiede sind Bereicherung
Bei ihren Aktionen wird im Mittelpunkt stehen, was junge Menschen aus der Geschichte für die Zukunft lernen können. „Wir wollen, dass sie religiöse und kulturelle Unterschiede als Bereicherung erleben und gemeinsam die Zukunft gestalten.“
Initiator ist das Evang.-Luth. Dekanat Weiden mit dem Evangelischen Jugendwerk. Partner in Tschechien ist die Gemeinde der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder in As. Das Projekt wird finanziert von der Evang.-Luth. Kirche in Bayern und aus Mitteln des EU-Programms ZIEL ETZ 2014-2020 für grenzüberschreitende Jugendarbeit.

