Weidens Senioren wissen noch, wie man Fasching feiert. Der Nachwuchs brachte nämlich, wie schon in den Vorjahren, rein maskentechnisch wieder einmal nichts auf die Reihe. Kein Lumpenball, keine „60’s Revival Partys“. Rosenmontag? In Weiden außerhalb des Maria-Seltmann-Hauses ein Montag wie jeder andere auch. Wer am Faschingswochenende feiern wollte, musste ins Umland ausweichen. Denn in Weiden herrschte, abgesehen von einigen Hauspartys, wie im Parapluie oder DJK-Bistrot, tote Hose.
Fata Morgana
In der Herrmannsstraße ging es am Rosenmontag hingegen rund. In Kooperation mit dem Seniorenbeirat der Stadt Weiden tanzten dort 125 Maschkerer zwischen Girlanden und bunten Luftballons um die Wette. „Heißer Sand und ein verlorenes Land“, „Que sera“ oder „Fata Morgana“. Lieder von Connie Francis, Doris Day und der Ersten Allgemeinen Verunsicherung sorgten für ein volles Tanzparkett oder für humorvolle Tanzeinlagen, wie die Line-Dance-Gruppe „Oldies but Goldies“ mit ihrem Ausflug in den Orient bewies.
Polonaise
Zuvor spielte die Theatergruppe „MimOldies“ einen Sketch. Durchs Programm führte der „Tegernsee Sepp“ Peter Klein. Der hatte als Rahmenprogramm für den mittlerweile zweiten Seniorenfasching auch die DJK-Tanzgruppe „Dance Unlimited“ engagiert, die nicht nur ihre Show- und Gardetänze präsentierte, sondern auch die Polonaise anführten. Der Vorjahreserfolg sei so riesig gewesen, dass er unbedingt wiederholt werden musste, bergründete er den Ball. „Nachdem ja an Rosenmontag in Weiden wenig los ist.“ Der Saal war ausverkauft, weshalb sich Klein ziemlich sicher ist, dass es 2026 eine Neuauflage geben wird.
„Combo 77“
Mit der „Combo 77“ um Reinhold Wildenauer, Horst Petzold, Karl-Heinz Müller und Silke Husslik, hatte Klein wieder die richtige Kapelle für diese Veranstaltung aus dem Hut gezaubert. Die Combo spielte Lieder, die jeder mitsingen konnte. Deutsche Schlager, aber auch internationale Songs von Elvis bis Harry Belafonte.
Feiern in jedem Alter
Für den „schönsten Termin des Tages“ hatte sich sogar Oberbürgermeister Jens Meyer von seinem Schreibtisch im Rathaus losgeeist. Er dankte allen Gästen von Herzen. „Weil sie das Feiern nicht nur den jungen Menschen in dieser Stadt überlassen.“ Denn feiern könne man in jedem Alter.

