Es war ein Abend mit zwei Teilen, zwei Regisseuren und zwei Monologen: Till Rickelt (verantwortlich für Judas) und Jona Manow (verantwortlich für Ismene, Schwester von) brachten die Geschichte von zwei völlig unterschiedlichen Personen auf die Bühne, bereits bei der Premiere im April in der Spitalkirche Nabburg auf die Bühne.

Eine selbstinszenierte Show über Verrat und Selbstreflexion

Am Freitag zog das Stück nun für weitere Termine in die Friedrichsburg Vohenstrauß. Judas (gespielt von Bernhard Neumann) handelt von einem Mann, dessen Name für Verrat steht. Ein Mann, der jahrhundertelang von jedem geschmäht wurde. In jedem Zeitalter gibt es Spekulationen über Judas und seine Motive.

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Nach zweitausend Jahren ist es an der Zeit, dass Judas selber spricht: In einer selbst inszenierten Show begeht er einen letzten Versuch, seine Tat wieder auf ein menschliches Maß zurückzubringen und sein Publikum da hinzuführen, wo es lieber nicht sein möchte: zu dem Judas in sich selbst.

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Eine Reise durch eine vergessene Seele und ihre Suche nach Erlösung

Ismene (gespielt von Mona Fischer) hingegen ist eine ganz andere Persönlichkeit. Aufgewachsen in einer Familie voller Geltungsdrang und extremen Heldentaten, war Ismene immer unsichtbar und im Schatten der Geschichte. Ihr sind keine Dramen gewidmet und sie ist auch keine Namensgeberin für psychologische Komplexe, sie wurde vergessen.

Gestorben, in einer Zwischenwelt wartet sie seit ungefähr dreitausend Jahren auf – ja, worauf eigentlich? Wurde sie wirklich nur vergessen? Oder wird sie bestraft? Weil sie einfach nur normal sein wollte? Weil sie nicht im blutigen Kampf um den Thron oder einen tragischen Heldinnentot sterben wollte? Oder ist da doch noch etwas, das sie aufarbeiten muss, um aus dieser Zwischenhölle in die nächste Welt zu gelangen?

Eindringliche Inszenierung zum Nachdenken und Diskutieren

In einer bewegenden Inszenierung zeigt das Landestheater in Vohenstrauß, dass es auch ernste Themen aufarbeiten kann. „Autorin Lot Vekemans sucht sich Figuren, von denen wir ein bestimmtes, festes, Bild oder Vorurteil haben und gibt ihnen eine Stimme. Nicht nur eine Stimme, einen ganzen Theaterabend. Der unser Bild von diesen Figuren tiefer und vielschichtiger macht. Monologe sind immer eine besonders große Herausforderung. Die Figur hat keine Spielpartner auf der Bühne. Zum Spielpartner wird dann beim Monolog in der Regel das Publikum“, erklärt Regisseur Jona Manow.

Das Publikum zeigte sich begeistert: „Wir hätten uns nie vorstellen können, dass zwei Monologe so unterhaltsam sein können. Unbedingt empfehlenswert!“. Ein anderer Zuschauer sagte nach dem Stück: „Es war ein sehr interessanter Abend. Mit vielen offenen Fragen zum Nachdenken und Diskutieren. Tolle Schauspieler, super Umsetzung.“

Am 23. Juli gibt es nochmal die Möglichkeit, die beiden Monologe in Vohenstrauß zu sehen. Alle Termine der Sommerfestspiele unter www.landestheater-oberpfalz.de. Tickets im LTO-Ticketbüro oder bei OKTicket.