Für die Kleintierzüchter war es die Hiobsbotschaft des Frühlings. Kranke und tote Wildvögel
beeinflussten auch die Zuchtbemühungen der Kleintierzüchter einschließlich Stall- und
Auslaufsicherheit des Federviehs. Wegen der räumlichen Nähe zu den Fundorten der Möwen drohte die Verschleppung des Seuchengeschehens in das Reich der Tierliebhaber. Auch die
Kleintierzüchter mussten von einem Tag auf den Anderen Einschränkungen bei der Geflügelhaltung hinnehmen und Vorkehrungen für eine Stallpflicht treffen.
Kritik an behördlichen Anordnungen
„Wie so oft“, grantelte Vorsitzender Werner Kennel bei der Lokalschau des Vereins in der
geräumigen Ausstellungshalle des Züchterheimes am Birschlingweg. Nach den Verboten aus Anlass der Corona-Pandemie eine neue Belastung für die Züchter und ihr „Kulturgut Rassegeflügel“. Mit Blick auf das Genehmigungsverfahren für die Lokalschau waren es für Werner Kennel übertriebene behördliche Anordnungen, willkürlich und wenig durchdacht, wie er sagte. „Erst durfte sämtliches Geflügel ausgestellt werden, dann kam ein Verbot zur Ausstellung von Wassergeflügel, dann eine Teilerlaubnis nur für Aussteller aus dem Landkreis“, schrieb der Vorsitzende in seinem Grußwort zur Lokalschau.“Ein Affront gegenüber der Leidenschaft der Hobbyzüchter“.
Kennel wünschte sich vom Veterinäramt, bei ihren Entscheidungen über den Tellerrand zu
schauen. Während in anderen betroffenen bayerischen Landkreisen das Schauwesen längst wieder normal verlaufe, bremse die Fachbehörde beim Landkreis Neustadt/WN das ehrenamtliche Engagement in den Vereinen, kritsierte Werner Kennel auch im Rahmen der Ausstellung das Amtsgehabe der Veterinärwesens.
Erfolge trotz Herausforderungen
Diesen kritischen Betrachtungen tat die Lokalschau mit Einschränkungen der Organisation des Events keinen Abbruch. Vom Australorps über den Zwerg-Paduaner bis zum New Hampshire, von der Texaner-Taube, den Luchstauben bis zum Dragoon und dem Orientalischen Roller: Zur Ausstellung kamen zur Freude von Organisationsleiter Wolfgang Dobmeier zahlreiche Rassetiere. Trotz der vielen Hürden zog der Ausstellungsleiter eine positive Bilanz. Eine Ausstellung der Enten scheiterte an den behördlichen Auflagen.
Rekordergebnisse und hohe züchterische Leistungen
Von der Preisrichtern Constantin Günther aus Rohr, Joachim Hagen (Schnabelwaid) und Georg Kellermann (Unterfrieden) begutachtet jubelte der Ausstellungsleiter für Geflügel über ein Rekordergebnis an Auszeichnungen. Trotz tierseuchenbedingter Verbote mit zunächst 351 angemeldeten Tieren bescheinigte der Ausstellungsleiter für die verbliebenen 190 Schätze mit Blick auf die Bewertungen an den Volieren und Käfigen den 11 Teilnehmern an der Lokalschau bemerkenswerte züchterische Leistungen und wegen der dreijährigen Lokalschau-Pause eine hohe Preisintensität.
Belohnung für hervorragende Zucht
Wolfgang Dobmeier sprach von rekordverdächtigen Benotungen bis zu züchterischen
Höchstbewertungen vorzüglich (v) und hervorragend (hv) und verwies auf insgesamt 24
Landesverbandspreise. Leuchtende Sieger-Rosetten an den Käfig-Türchen steigerten nicht nur die Glücksgefühle des jeweiligen Züchters. Auch viele Besucher bestaunten in der herbstlich geschmückten Ausstellungshalle die vielen gurrenden und gackernden Champions.
Vielseitiges Veranstaltungsprogramm
Auf die erfolgreiche Mitgliederwerbung mit einer Preisauszeichnung des Vereins verwies
Vereinsvorsitzender Werner Kennel. Zum Rundumpaket der Schau gehörte ein attraktiver
Glückshafen. In der Gaststätte sorgte das Wirtepaar Plohmann für das leibliche Wohl. Gastraum und Ausstellungshalle sind in nächster Zeit auch Lieblingsorte für die von vielen Tierliebhabern geschätzten Tauben- und Vogelmärkte, vorausgesetzt, die behördlichen Verbote entfallen.

