Seit 130 Jahren setzt sich der Heimatverein, vormals Verschönerungsverein, für die Heimatpflege in Grafenwöhr ein. 90 Jahre ist es her, dass vom Verein ein Museum zur Bewahrung des Grafenwöhrer Kulturguts eingerichtet wurde. Das Kultur- und Militärmuseum feiert die beiden Jubiläen mit einer Sonderausstellung vom 12.11.2022 bis 12.03.2023, mit dem Fokus auf der Geschichte von Grafenwöhr im 20. Jahrhundert.
Eröffnet wird die Ausstellung mit einer langen Museumsnacht am 12. November ab 19.30 Uhr. An diesem Abend wird das Museum in buntes Licht getaucht und in allen Museumsräumen warten Aktionen wie Musik, Lesungen, Kunst, Führungen und Kulinarik auf die Besucher. Die Katholische Theatergruppe Grafenwöhr stellt zwei Figuren aus den inszenierten Stadtführungen vor.
Führungen und abwechslungsreiche Unterhaltung
Kulturjournalist Stefan Voit liest Elvis-Texte von Kevin Coyne und zeigt Elvis-Drucke. Es gibt kurze Führungen durch die Sonderausstellung und Militärabteilung, des Weiteren eine Fotoschau sowie eine Gemäldeschau vom einstigen Unteren Tor. Gitarrist und Sänger Franz Hofmann spielt und singt live bekannte Popsongs.
Bei einer Lesung gibt das Museumsteam Kostproben der Grafenwöhrer G‘schichterler mit Anekdoten aus der Historie der Stadt und des Truppenübungsplatzes. Die Mitglieder des Heimatvereins sorgen mit Cocktails und Snacks für kulinarische Momente, die Klöpplerinnen des Heimatvereins zeigen ihr kunsthandwerkliches Können. Der Eintritt für diesen abwechslungsreichen Abend ist frei. Der Heimatverein lädt herzlich ein, das Jubiläum bei der Museumsnacht zu feiern. Das ganze Programm gibt es unter www.museum-grafenwoehr.de.
„Für die Nachwelt bewahrt“
Den eigenen Heimatort kennt man in- und auswendig, sollte man glauben. Doch es gibt viele historische Fakten und Anekdoten, die nicht im Volksmund oder Allgemeinwissen weitergegeben werden. Bereits innerhalb einer Generation kann viel Wissen und Brauchtum verloren gehen. Aufgabe von Museen ist es, Kulturgut für die Nachwelt zu erhalten. Das Grafenwöhrer Museum wurde 1932 gegründet und sammelt und bewahrt seitdem Kulturgüter und Wissen für die Nachwelt.
In den 90 Jahren seines Bestehens hat das Museum nicht nur historische Fakten recherchiert, sondern in einer umfangreichen Sammlung an Fotos und Objekten auch wichtige Dokumente ihrer jeweiligen Zeit erhalten. Die Ausstellung „Für die Nachwelt bewahrt“ zeigt spannende historische Fotos, Objekte und Erkenntnisse, die viele noch nicht über die Stadt oder den Truppenübungsplatz wissen.
Modelle und antike Gegenstände
Beispiele sind das Modell der einstigen Burg am Annaberg, der einstige Musiktempel im Luitpoldpark im Lager, ein Sessel aus dem 1938 im Truppenübungsplatz abgelösten Schloss Hammergänlas, und vieles mehr. Am 15. Januar ist eine Führung durch die Sonderausstellung geplant, am 25. Januar ein Bildervortrag mit historischen Stadtansichten von Kulturmanagerin Birgit Plößner.
Wie die Gebäude im Truppenübungsplatz vor der Bombardierung 1945 aussahen, zeigt Plößner in einem Bildervortrag am 8. Februar. Den Abschluss der Sonderausstellung bildet am 12. März 2023 eine Führung zum Annaberg mit Burgenforscher Matthias Helzel, der sich auf die Spuren der einstigen Burg macht.

