Neustadt/WN. Man kann es nur immer wiederholen: In diesem Advent ist nichts wie gewohnt. Doch die Chefin des Neustädter Museum, Ursula Wiechert, hatte eine tolle Idee: „Wenn die Besucher schon nicht ins Museum dürfen, dann bereiten wir ihnen anderweitig eine Freude.“

Von Bernhard Knauer

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Gesagt, getan; durch das Fenster im Durchgang des Neustädter Museums kann nun bis ins neue Jahr die „Fritschnickl-Krippe“ bewundert werden. Eine Neustädter Hauskrippe, die einst der Familie Müller gehörte.

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Viele Neustädter kannten Willi Müller aus der Knorrstraße. Er war nicht nur ein BRK-Urgestein, sondern auch geschickter Handwerker und Künstler. Im letzten Jahr ist Willi Müller verstorben und sogleich stellte sich die Frage: Was passiert mit der großen Hauskrippe? Durch Vermittlung von Peter Neuber nahm Ursula Wiechert Kontakt mit der Tochter Waltraud Müller auf und diese stellte sie gerne dem Museum der Stadt Neustadt zur Verfügung. So kam also eine der größten alten Neustädter Hauskrippen in den Besitz des Stadtmuseums.

Vom Krippenweg ins Museumsfenster

Im Spätsommer wurde nun überlegt, wie man diese große Krippe am Besten ausstellen könnte. Dabei kam die Idee, sie in den geplanten Krippenweg am Neustädter Stadtplatz mit einzubinden. „Sie sollte in einem großen Schaufenster präsentiert werden“, so Wiechert.

Doch dann kam es wieder einmal anders als gedacht. Corona brachte alles durcheinander und Ursel Wiechert entschloss sich, einen Großteil der Krippe im Museum aufzubauen, damit sie zumindest durch das Fenster bewundert werden kann.

Viele Stunden Kleinstarbeit investierte Wiechert in den Aufbau und nun ist sie zu einem wahren Schmuckstück geworden. Über eine Zeitschaltuhr wird die Beleuchtung ein- und ausgeschaltet.Im anderen Fenster gegenüber steht ein wunderschöner Schwippbogen mit Neustädter Motiven, natürlich auch beleuchtet.

Wahre Schätze im Stadtmuseum

Die Krippe und der Schwippbogen sollen ein kleiner Ersatz dafür sein, dass ein Besuch des Neustädter Stadtmuseums zu Weihnachten in diesem Jahr leider nicht möglich ist. Gleichzeitig soll diese Krippe wieder einmal zeigen, über welche Schätze das Neustädter Stadtmuseum verfügt und was alles liebevoll gepflegt und aufgehoben wird.

Ursula Wiechert konnte auch orientalisch anmutende Gebäude mit aufbauen, doch leider findet sich im Museum nicht der notwendige Platz, um die gesamte Fritschnickl-Krippe zu gestalten. „Irgendwo musste ich auch einen Kompromiss schließen. Doch das was zu sehen ist, auf das können wir sehr stolz sein.“

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Die Fritschnickl-Krippe

Wie in vielen anderen Oberpfälzer Orten gab es auch in Neustadt große Hauskrippen. Der Landwirt und Fluraufseher Ludwig Bauer (Hausname „Fritschnickl“) hatte in jedem Jahr in seiner Wohnstube eine wunderschöne Weihnachtskrippe aufgebaut. Diese konnte man besichtigen und das Weihnachtsgeschehen von der Geburt Jesu bis zur Hochzeit von Kanaan in der Fröschau verfolgen.

Die Tochter Maria und ihr Mann Willi haben die Krippe dann übernommen und über Jahrzehnte hindurch sorgsam erhalten und gepflegt. Sie erhielt einen Ehrenplatz in der Knorrstraße 17.

Über 100 Jahre alte Krippe jetzt im Museum

Vorne wird die über 100 Jahre alte Krippe von einem Lattenzaun abgegrenzt. Dahinter breitet sich eine Berglandschaft aus, in deren Mittelpunkt der offene Stall steht. Maria und Josef schauen auf das in der Krippe liegende Kindlein, währen Ochs und Esel dem Kind Wärme spenden. Nicht fehlen darf natürlich der Stern über dem Stall und die leuchtenden Sterne.

Ein Engel verkündet die Frohe Botschaft: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden den Menschen auf Erden.“ Vor dem Stall knien betende Hirten, die dem Sohn Gottes ihre kleinen Gaben darbringen. Auf der Weide kann man die Hirten mit ihrem Wachhund, Schafe, Kühe, Federvieh und Hütbuben beobachten.

Zwei kunstvoll gestaltete Wege führen über eine steinige Anhöhe, Brücken, Stege und Treppen hinauf zum „Tempelberg“. Dieser Berg ist Fichtenrinde versehen und teilweise mit Silberbronze angestrichen. Sogar eine Zwergenhöhle ist in die Felswand mit eingebaut, aus der diese kleinen Wichte hervorschauen. [/box]

Fotos: Bernhard Knauer