Flossenbürg. Eric Frenzel liebt die Norweger! Warum erzählt er uns heute in seiner Kolumne. 

Von Eric Frenzel

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„Das Kofferpacken hat sich heute Morgen hektischer als sonst gestaltet, der Schulbus für unseren großen Sohn fuhr nicht: da musste dann Papa einspringen. Mit einer halben Stunde Verspätung bekam ich die Autobahn unter die Räder. Rechtzeitig sitze ich jetzt im Münchner Terminal und gebe einen Sachstandsbericht per Kolumne.

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Das deutsche Team fliegt heute nach Oslo. Von dort geht es dann mit dem Bus über das Land nach Lillehammer, dem norwegischen Austragungsort der Olympischen Spiele 1994. Im letzten Jahr gab es in Lillehammer die Saisoneröffnung, was mir für diesen Winter auch besser gefallen hätte – norwegische Sonne anstatt finnische Windböen, das wäre es gewesen! Aber gut, der Start liegt hinter uns und jetzt freue ich mich riesig auf Lillehammer, weil ich die Schanzen dort gerne bespringe. Aber das ist nicht der einzige Grund für meine Vorfreude: Ich liebe die Norweger und vor allem die Menschen in Lillehammer. In der Stadt herrscht noch ein olympischer Spirit – die Skulpturen der Spiele im olympischen Park stehen genauso wie die damaligen Wettkampfstätten, die wir nun auch für unsere Wettkämpfe nutzen – olympische Schanzen und olympische Loipen, die so selektiv sind, wie ich es liebe.

Wintersport-Enthusiasten

Der Geist des Ortes wird natürlich auch durch die Menschen hier wach gehalten. Die Norweger sind Wintersport-Enthusiasten und haben ihren Fokus auf Skispringen und Langlauf und natürlich auf die Kombination von beidem. Nicht nur vor den Fernsehgeräten oder an den Wettkampfstätten selbst, lassen sie ihrer Begeisterung freien Lauf, sondern sie üben den Sport auch selbst aus. Norweger auf Langlaufskiern beim Einkauf – das ist kein seltenes Bild in der Stadt.

Das Interesse der Norweger an unserem Sport zieht es nach sich, das man auf offener Straße erkannt wird und um Autogramme gebeten wird. Man fachsimpelt dann sogar ein bisschen. Manch einer analysiert aus dem Stand den letzten Wettkampf oder fragt sogar nach speziellen Methoden des Wachsens. Hier interessiert man sich für solche Dinge. Idealismus im besten Sinne begegnet einem hier ständig. Die Ansprache der Menschen ist sehr höflich und trotzdem nahbar, man sagt „Du“ zueinander und wird mit den besten Wünschen zum Wettkampf verabschiedet, auch wenn das Herz der Norweger natürlich für die Norweger schlägt, die seit Jahren Athleten in der Weltspitze stellen.

Ich hoffe, dass ich auf meinen beiden Lieblingsschanzen in Lillehammer weiter in das Springen reinkomme, was zuletzt in Kuusamo noch nicht optimal lief.

Herzlichst

Eric Frenzel“