Die Folgen der angekündigten Änderung des Gebäude-Energie-Gesetzes (GEG) nahmen Stadt und Volkshochschule zum Anlass, den Geschäftsführer des Energie-Technologischen Zentrums Weiden (ETZ) in den westlichen Landkreis einzuladen. Mehr als 100 wissenshungrigen Besuchern vermittelte er auf Grundlage der jüngsten parlamentarischen Vorlagen breite Basisinformationen und bot kostenlose und neutrale Erstberatungen für ein planvolles Vorgehen zum Energiesparen an. In Kooperation mit der Verbraucherzentrale Bayern seien bei einem kleinen Kostenbeitrag auch Beratungen vor Ort mit Handlungsempfehlungen möglich.

Anschluss an das Wärmenetz

Unter Bezug auf die Hintergründe der angesagten Energiewende und den derzeitigen 75-prozentigen Anteil von Öl und Gas an den Energieträgern hielt er eine Reduzierung der Treibhausgase für erforderlich und sah mit Blick auf den zunehmenden CO₂-Preis eine neue Heizanlage für finanziell lohnend. Nach der Erörterung der Vorgaben und den Übergangsfristen bis 2024 des GEG stellte Matthias Rösch Erfüllungsoptionen vor und maß dem Anschluss an Wärmenetze künftig besondere Bedeutung bei. „In unsanierten Gebäuden ist eine Wärmepumpen-Hybridheizung zu bevorzugen“, so Rösch. Es sei jedoch zu prüfen, inwieweit sie auch sinnvoll ist. Er stellte zudem die Frage, ob der Einsatz von Biomethan und Biogenem Flüssiggas ausreicht, um bis 2040 energieneutral
zu werden.

Advertorial ohne Button, ohne Markierung, ohne Background
Neues Advertorial Neues Advertorial Neues Advertorial Neues Advertorial Neues Advertorial

Breiten Raum nahmen nicht nur seine Energiespartipps zu Raumtemperatur, Lüftung und Umwälzpumpen ein. Er empfahl Energiesparberatung durch Energieeffizienz-Experten. Es gehe darum, wer, was und wie hoch gefördert wird.

#1 beispiel in-article

Blick auf die Gebäudesanierung

Mit Detail-Beispielen wandte sich der ETZ-Geschäftsführer der Gebäudesanierung vom Keller bis zu Dach zu und bot dazu die Übersicht „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ an. Als aus dem Zuhörerraum spontan Vorwürfe wie „Verschwendung von Steuergeldern“ oder „Rodung von Wäldern für erneuerbare Energie bedeutet Verlust an Wald“ kamen, hielt Rösch bei kräftigem Applaus entgegen: „Wir müssen mit politischen Gegebenheiten umgehen“ und empfahl, bei Wahlen „den zu wählen, der mir entspricht“.

Mit seinen Informationen zu Heizungssanierung befasste er sich mit dem Funktionsbetrieb von Wärmepumpen und deren Energiebilanz und nahm Stellung zu Vor- und Nachteilen einer Sanierung. Überzeugt zeigte er sich, dass es „Biomasseanlagen noch länger geben wird“, stellte solarthermische Anlagen vor und sprach sich deutlich für Nah- und Fernwärme aus.

Als „steuerlich interessant“ wertete Rösch PV-Anlagen, stellte Vergütungssätze vor und bedauerte die „noch relativ hohen Kosten für Stromspeicher“. Mit „Sanierung zum Effizienzhaus“, das für niedrigen Energiebedarf steht, wandte sich Rösch dem letzten Themenbereich seines Informationspakets zu und sprach von Fördersätzen und Tilgungszuschüssen von 25 bis 50 Prozent.

Keine Pause für den Referenten

Wie sehr der Bevölkerung das Thema Heizung und Energie auf den Nägeln brennt, war während einer 20-minütigen Pause erkennbar. Matthias Rösch war stets von ratsuchenden Hausbesitzern aus Eschenbach und Umgebung umlagert. „Es war viel“, kommentierte der Erste Bürgermeister Marcus Gradl den Informationsmarathon. Er sprach von zwei Fernwärmenetzen, die für das Eschenbacher Stadtgebiet in Planung sind. Veränderungen bräuchten jedoch Zeit. Der Bürgermeister stellte auch zwei örtliche Energieberater vor, die mit Informationsständen vor Ort waren und rief dazu auf, den Kopf nicht in den Sand zu stecken.