Der ehemalige Bürgermeister Fred Lehner war gerade über ein Jahr als Verwaltungslehrling beim Markt Floß tätig. Er erlebte und beobachtete diese Flosser Sintflut hautnah. Auf dem Dachboden des Alten Pflegschlosses (damals Rathaus) verfolgte er das aufziehende, starke Gewitter. Der schlagartig eintretende, wolkenbruchartige Regen verwandelte das sonst harmlose Hardter Bächlein in einen reißenden Fluss. Wasserströme rauschten in Sekundenschnelle in Richtung Flossenbürger Straße zum Marktzentrum, das einem großen See glich. Schlauchboote der damaligen Wasserwacht waren rettend für die betroffenen Anwohner im Einsatz.

Die Neugierde der Kinder war geweckt

Den Kindern der vierten Klasse der Grund- und Mittelschule wurde darüber im Heimatkundeunterricht erzählt. Ihr Wissensdurst war so groß, dass sie die Geschehnisse aus erster Hand hörten wollten. Fachlehrerin Eva-Maria Kick hatte die Idee, den
Heimatpfleger des Oberpfälzer Waldvereins, Fred Lehner, als einen der noch lebenden Zeitzeugen in die Schulklasse einzuladen. Auf der großen Tafel im Klassenzimmer war die 1075-jährige Geschichte von Floß mit den Jahreszahlen der verschiedenen Ereignisse und der Kulturdenkmäler sorgfältig und geschickt aufgeblättert.

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Der umfassende Fragenkatalog der Kinder brachte den früheren Bürgermeister nicht in Verlegenheit. Seine Erzählungen über das Erlebte fanden von den Kindern größte Aufmerksamkeit und Interesse. Während der knapp 90 Minuten waren die Schulkinder allesamt mucksmäuschenstill. Die vom Markt zur Verfügung gestellten Bilder über die Hochwasserkatastrophe dem Jahre 1948 zeigten das Ausmaß im Marktzentrum.

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Auch die Talsenke in der Gemeindeflur „Pinzer“, dort nahm das Unwetter seinen Lauf, war auf die von Fred Lehner mitgebrachten Bilder zu sehen. Auch Rektor Herbert Kraus ließ es sich nicht nehmen, diese Stunde in der Klasse mit dabei zu sein. Sein Interesse galt dem Flosser Heimatgeschehen. Es konnte nicht ausbleiben, und das war für den Erzähler ganz wichtig, den Kindern auch die Hausnamen der überfluteten Anwesen im Markt zu nennen.

Auftrag an die nächste Generation

Schade, dass die leider langsam in Vergessenheit geraten. In der anschließenden Fragestunde entluden die Kinder ihren riesigen Wissensdurst. Fred Lehner musste über seine Berufslaubahn wie über seine Freizeitgestaltung als Berichterstatter Auskunft geben. Dass es in Floß ein Freibad gab, war für die Kinder das Neueste. Heute wird dort Tennis gespielt. Die Kinder bat er, sich für die Heimat einzusetzen, sich zu engagieren und später Verantwortung mitzuübernehmen. Nur so können Tradition, Brauchtum, Gesellschaft, Kirche und Gemeinwesen gefestigt werden und erhalten bleiben.