Amberg/Windischeschenbach. „Der Senkrechtstarter der bayerischen Comedy-Szene „ begeisterte, im restlos ausverkauften „Amberger Concress Centrum“, sein Publikum. Mittendrin unsere Fan-Star Reporter Sandra und Peter Gattaut aus Windischeschenbach. Bevor es aber überhaupt richtig los ging, nahm sich Markus Stoll – alias Harry G – Zeit für ein Interview mit den Windischeschenbachern. 

Von Peter Gattaut

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Schon im März brachte der Wahl-Münchner das Publikum in Neustadt/WN zum Lachen. In seinem neuen Programm „Harrydie Ehre“ rechnete der gebürtige Regensburger auch in Amberg mit jedem und allem ab, was ihm auf den berühmten Zeiger geht. Ein Wiedersehen gab es natürlich auch mit Kettenraucher-Kollege Alfons, der sogar die „Emoticons“ immer voll ausspricht. Unverwechselbar die knarzige Reibeisenstimme, die der Komiker nebst verschiedenen anderen Dialekten und unvergleichbarer Mimik-Show immer wieder einsetzte. Im ersten Teil bekam zuerst die Ruhrpott-Stadt Duisburg gehörig ihr Fett weg, bevor Harry G über „Facebook“, „Tinder-Singlebörse“, „WhatsApp-Gruppen“ und „Selfies“ wetterte. Oftmals musste Harry G eine kurze schöpferische Pause einlegen bis sich die Besucher von den unglaublichen heranschwappenden Gags in 30 Sekunden-Takt wieder halbwegs erholt hatten. Die Kommunikation mit dem Publikum war ein fester Bestandteil eines grandiosen Auftritts von Harry G. Schnell war mit dem „Hartl“ aus der 1.Reihe auch ein potentielles Opfer gefunden, der während der gesamten Show einiges zu ertragen hatte. Schon vor Showbeginn durften die Windischeschenbacher Peter und Sandra Gattaut den Wahl-Münchner näher kennen lernen:

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OberpfalzECHO: Du hast selbst ein Social-Media Marketing-Unternehmen gegründet und immer wieder auf Youtube lustige Videoclips eingestellt. 2013 kam dann mit dem Grantl-Video über die „Wiesn“ der große Durchbruch. Hast du gezielt darauf hingearbeitet eventuell über diesen Weg entdeckt zu werden?

Harry G: Nein, dass ich Videos auf Youtube eingestellt habe, hatte mit meinem Job nichts zu tun. Ich habe diese Clips hauptsächlich aus Spaß an der Freud gedreht aber natürlich schon auf ein paar Sachen geachtet, damit es den Leuten auch gefallen könnte. Zum Beispiel durften die Aufnahmen nicht zu lang sein und sollten von Themen handeln, die in aller Munde wahren. Da hat sich natürlich damals die „Wies’n“ sehr angeboten.

OberpfalzECHO: Wieviele Klicks hat das Video zwischenzeitlich bekommen? Wie kam der Ball ins Rollen? 

Harry G: Das Video wurde auf Youtube bereits über 1 Million Mal angeklickt und hat sich im Netz schnell auch auf anderen Seiten verbreitet. Sogar bei WhatsApp machte der Clip seine Runde. Ich hab dann weitere Videos veröffentlicht, die es auch über die 500.000 Klicks schafften und schon stand mein Telefon nicht mehr still. Viele Agenturen und Management-Vertretungen wollten mich unter Vertrag nehmen, ich hab mich dann spontan für das sympathischste und interessanteste Angebot entschieden. Gemeinsam beschlossen wir Bühnenauftritte anzugehen um der Figur „Harry G“ eine Heimat jenseits der sozialen Medien zu geben, was dann ja auch wunderbar mit Medienpräsenz im Radio und TV geklappt hat. Dazu kam eine tägliche Kolumne auf Antenne Bayern und ein fester Platz in der BR-Serie „Grünwald Freitagscomedy“. Ein guter Start in das Comedyleben.

OberpfalzECHO: 2014 gingst du das erste Mal mit deinem Programm „Leben mit dem Isarpreiß“ auf Tour. Kannst du dich noch an deinen ersten Live-Auftritt erinnern und was ging dabei in dir vor?

Harry G: Mein allererster Auftritt war auf einem Festival in Freising vor knapp 1.000 Besuchern. Allerdings waren da noch viele andere Künstler auf der Bühne und ich nur ein kleiner Teil des Programms. Ich spielte damals ohne Gage und war natürlich wahnsinnig nervös. Bei meinen weiteren Soloauftritten wählten wir am Anfang absichtlich kleine Locations, die nach den Radio und TV Auftritten, sehr schnell immer größer wurden. Heute spiele ich in Amberg vor ausverkauftem Haus mit 900 Leuten, das fühlt sich natürlich schon sehr gut an.

OberpfalzECHO: Bei Antenne Bayern und der Rock-Antenne warst du ab 2014 Dauergast. Jetzt bist du bei Gong FM zu hören. Woher kommen die Ideen für die täglichen Auftritte?

Harry G: Dieses Pensum war auf die Dauer natürlich nicht mehr zu stemmen. Es ist ein wahnsinniger Aufwand täglich eine Nummer aus dem Hut zu zaubern. Außerdem leidet dann natürlich auch die Qualität darunter. Bei Gong FM bin ich jetzt einmal die Woche zu hören, das funktioniert sehr gut. Die Ideen für meine Nummern stammen vorwiegend aus dem erlebten Alltag. Oft zücke ich dann mein Handy und mache Fotos um die Inspirationen in Erinnerung zu behalten.

OberpfalzECHO: Seit 2015 gehörst du zur Stamm-Besetzung von Günters Grünwalds „Freitagscomedy“ im Bayerischen Fernsehen und bist im TV stets präsent. Wann gibt es die erste eigene Harry-G-Show im Fernsehen?

Harry G: Frage mich das Ende des Jahres nochmal (lacht). Es gibt noch nichts spruchreifes, aber wir arbeiten daran.

OberpfalzECHO: Was steht bei Harry G als nächstes auf dem Programm?

Harry G: Seit 2. Mai gibt es mein erstes Buch „Unter Deppen – Vom Leben mit den Isarpreißn und anderen Rindviechern“. Ich könnte mir gut vorstellen, dass weitere Werke folgen werden. Außerdem gibt es bald eine DVD-Aufzeichnung meines neuen Programms und einige Radio und TV-Projekte.

OberpfalzECHO: Über was kannst du dich immer freuen und musst darüber niemals granteln?

Harry G: Über mein Kind, das jetzt knapp ein Jahr alt ist.

OberpfalzECHO: Welchen Ratschlag oder welche Lebensphilosophie kannst du unseren Lesern und deinen Fans mit auf den Weg geben?

Harry G: So blöd es auch klingen mag. „Genießt das Leben in vollen Zügen, es ist so kurz, dass man wirklich jeden Tag sinnvoll nutzen sollte“