Weiden. „Neben dem fachlichen Aspekt ist uns insbesondere der interkulturelle Austausch wichtig“, erklärte der Leiter des Bildungszentrums der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz Tobias Knauer. Seit mittlerweile acht Jahren nehmen dort tschechische und deutsche Maurerlehrlinge regelmäßig gemeinsam an der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) teil.

Vor einiger Zeit besuchten wieder Gast-Auszubildende aus Pilsen das Weidener Bildungszentrum und lernten unter anderem das Mauern eines Rundbogens. „Wir wollten, dass die Praxis im Mittelpunkt steht“, betonte Tobias Knauer. Denn in Tschechien findet die dreijährige Ausbildung zum Mauer größtenteils in der Berufsschule statt.

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Azubi Jan Šašek und seine Mitschüler wussten das zu schätzen und freuten sich über die gute Organisation und Ausstattung in der Bauhalle. „Hier ist wirklich alles da, was man braucht“, bemerkte der 20-Jährige. Das Mauern eines Rundbogens sei eine völlig neue Erfahrung für ihn, von der er sicher künftig profitieren werde. Davon überzeugt war auch der Direktor der Pilsener Berufsschule Miroslav Šteffek. Schließlich lernten die Lehrlinge hier zum Teil Werkzeuge und Techniken kennen, die sie in ihrer Heimat noch nie gesehen hätten. „Wir sind außerordentlich froh über die unkomplizierte und professionelle Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer“, so Miroslav Šteffek.

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Keine großen Leistungsunterschiede

Leistungsunterschiede zwischen den deutschen und tschechischen Lehrlingen könne er nicht feststellen, bemerkte Bau-Ausbilder Tobias Lindner. Die tschechischen Azubis hätten zwar etwas weniger praktische Erfahrung und benötigten noch ein wenig Übung, bei Engagement und handwerklichem Geschick mache ihnen so schnell aber keiner etwas vor. Auch Mitorganisator Karl Arnold, Vorstandsmitglied der Handwerkskammer, lobte die Motivation der Gastlehrlinge, trotz Sprachbarriere. Karl Arnold sagt dazu:

Die Sprache des Handwerks ist eben grenzübergreifend. Und gemeinsames Arbeiten verknüpft mit Erfolgserlebnissen – das hat schon immer verbunden.

Tobias Knauer betonte, dieses grenzübergreifende Projekt auch in Zukunft fortführen zu wollen. Die Förderung des Europäischen Sozialfonds ermögliche eine großartige Chance, die nicht ungenutzt gelassen werden dürfe. „In Zeiten wie diesen, wird die europäische Zusammenarbeit immer wichtiger, vor allem bei den jungen Leuten.“