Fast 300 Jahre alt und doch aktuell wie nie: Am 20. Januar, dem Grafenwöherer Ortsfeiertag wird dem Heiligen Sebastian gedacht. Der Pestheilige soll 1729 und 1730 der Stadt im Kampf gegen eine Krankheit geholfen haben.

Erstmals seit der Pandemie konnte der Gelübdefeiertag der Grafenwöhrer wieder wie gewohnt stattfinden. An dem Grafenwöhrer Ortsfeiertag wird dem Heiligen Sebastian gedacht. Der Überlieferung zu Folge war Grafenwöhr 1729 und 1730 von einer „ansteckenden hitzigen Krankheit“ befallen. In ihrer Verzweiflung suchten sie Hilfe im Gebet zum Pestheiligen St. Sebastian. Tatsächlich überwanden sie die Krankheit und gelobten seitdem am Namenstag des Heiligen Sebastians, stets seiner zu gedenken. 

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Kirchenzug startete am Marktplatz

Ein Kirchenzug der Vereine zog vom Marienplatz hin zur Mariä-Himmelfahrtskirche. Auch eine Abordnung der US-Armee beteiligte sich an der Zeremonie. Dort gedachte Pfarrer Daniel Fenk einstigen Mönchen, die sich mit den Worten „Wo kämpfst du gerade?“ grüßten. Für ihn eine Parallele zum Heiligen Sebastian, der für seinen Glauben kämpfte: Als Offizier der Leibwache des römischen Kaisers bekannte er sich im dritten Jahrhundert zum christlichen Glauben und half notleidenden Gleichgesinnten. Kaiser Diokletian verurteilte ihn daraufhin zum Tode: Festgebunden wurde er von Bogenschützen erschossen.

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Von frommer Witwe gesund gepflegt

Doch Sebastian war nicht tot, sondern überlebte und wurde von der frommen Witwe Irene gesund gepflegt. Nach seiner Genesung bekannte er sich vor dem Kaiser erneut zum Christentum, woraufhin dieser sein diesmal endgültiges Todesurteil fällte. 

Pfarrer Fenk sah in Sebastians Kampf viele Parallelen zur heutigen Zeit: die Kämpfe in der Ukraine, der Kampf gegen die Pandemie, auch viele persönliche Kämpfe, die jeder Mensch durchzustehen hat. Dazu entzündete er die Sebastianskerze, ein Zeichen der Erinnerung seit den 1980er Jahren. 

Starkes Zeichen der Stadt

Auch Bürgermeister Edgar Knobloch sieht viele Ähnlichkeiten in der Situation von damals mit heute: „Auch in der Corona-Pandemie gab es eine Übersterblichkeit. Dazu kommt, dass es vor 293 Jahren kaum medizinische Versorgung gab.“ Er empfindet es als starkes Zeichen, dass seine Stadt an ihrem Gelübde seit fast 300 Jahren festhält: „Und es ist schön, dass mit dem Abklingen der Pandemie alles wieder im gewohnten Rahmen stattfinden kann.“