Fast 16 Millionen Menschen sind in Deutschland ehrenamtlich aktiv, besonders häufig in Sportvereinen, kirchlichen Einrichtungen und Hilfsorganisationen. So auch bei den Johannitern in Bayern, bei den sich über 9.000 ehrenamtlich Aktive engagieren. „Wir sind dankbar für dieses Engagement“, sagt Tobias Karl, Mitglied im Regionalvorstand Ostbayern. „Auch bei uns im Regionalverband Ostbayern, engagieren sich über 600 Ehrenamtliche. Es entspricht unserem Ansatz der Hilfe von Mensch zu Mensch und gehört zum Kern der Johanniter-Arbeit“, so Karl weiter. Zudem ermöglichen die Ehrenamtlichen viele Angebote, die sonst nicht oder nicht im gewohnten Umfang möglich wären. Dazu zählen neben der Nothilfe, dem Katastrophenschutz und dem Rettungsdienst etwa die Altenhilfe und der Besuchsdienst sowie die Integrations- und Jugendarbeit.

Anschub für die Aus- und Fortbildung der Ehrenamtlichen nötig

Ehrenamtliche bringen aber nicht nur viel Zeit und Engagement ein, sie benötigen oft auch gezieltes Know-how. „Ein Beispiel ist der Bevölkerungsschutz“, sagt Karl, „das Niveau unserer qualifizierten Helferinnen und Helfer ist hoch. Allerdings haben sie bei der erforderlichen Aus- und Fortbildung keinen Anspruch auf Freistellung von der Arbeit. Das erschwert ihnen ihr Engagement. Hier muss die Politik aktiv werden: Bislang ist die Freistellung Ehrenamtlicher für eine Fortbildung eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Da sollte die Verbindlichkeit verstärkt werden.“

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Positiv beurteilen die Johanniter die 2022 getroffene Zusage des Bayerischen Innenministeriums, das Bayerische Zentrum für besondere Einsatzlagen (BayZBE) auszubauen. In dieser modernen Übungseinrichtung trainieren Ehren- und Hauptamtliche verschiedener Organisationen gemeinsam für die Bewältigung herausfordernder Krisenszenarien. „Das ist einzigartig und ich hoffe, das Land setzt den begonnenen Ausbau weiterhin zügig um“, betont Karl.

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Anreize für das Freiwillige Soziale Jahr verstärken

Wer sich freiwillig engagiert, bereichert das eigene Leben ebenso wie das anderer. Eine Erfahrung, von der gerade junge Menschen profitieren. „Das Freiwillige Soziale Jahr, kurz FSJ, vermittelt vielen eine neue Perspektive und Impulse für die Gestaltung ihres Lebens“, berichtet Karl. „Und es ist ein wichtiger Beitrag für unsere Gesellschaft.“ Dieser findet in den Augen der Johanniter jedoch oft zu wenig öffentliche Anerkennung. Zudem sei die finanzielle Ausstattung der FSJ-Stellen gering.

Der Träger wünscht sich daher mehr politische Unterstützung, um junge Freiwillige zu gewinnen und deren Einsatz zu würdigen. „Es wäre zum Beispiel sinnvoll, das Taschengeld für FSJ-Stellen regelmäßig entsprechend der Inflation anzupassen“, findet Karl. Auch um die jungen Freiwilligen optimal zu begleiten, müsse die entsprechende Landesförderung erhöht werden.