Am vergangenen Dienstagabend hat Amberg einen seiner schillerndsten Künstler gefeiert. Im gemütlichen Rahmen der Stadtbibliothek wurde Friedrich Brandl die Ehre zuteil, als „Künstler des Monats“ der Europäischen Metropolregion Nürnberg geehrt zu werden. Diese Auszeichnung, die ihm für den November 2024 zuerkannt wurde, zementiert Brandls Stellenwert in der Kunstszene noch weiter.
Eine Tradition ehrt das Kreative
Die Europäische Metropolregion Nürnberg ehrt seit 2010 monatlich eine Person für ihre kreativen Beiträge zur Region. Sie betrachtet diese Künstler als wesentliche Säulen, die das kulturelle Profil der Gegend prägen und bereichern. „Eine Fachjury, die zweimal jährlich tagt, wählt die Nominierten aus allen Teilen der Metropolregion aus“, wird in diesem Rahmen betont. Die Wahl fällt dabei auf Menschen, die mit ihrer Kunst bewegen und begeistern können.
Ein Leben für die Kunst
Brandls künstlerische Laufbahn ist beeindruckend. Bereits seit 1983 trägt er mit Lyrik, Erzählungen und Theaterstücken zur deutschen Literaturszene bei. Durch seine Werke, die in zahlreichen Veröffentlichungen, Gedichtbänden und Zeitschriften erschienen sind, hat er sich einen Namen gemacht. Besonders bemerkenswert ist die internationale Reichweite seiner Lyrik, die unter anderem ins Französische und Tschechische übersetzt wurde. Einige von Brandls Gedichten sind gar in Mundart verfasst, was seinem Schaffen einen unverwechselbaren lokalen Charakter verleiht.
Brandls unermüdlicher Einsatz für die deutsch-tschechische Freundschaft, unter anderem ausgezeichnet mit dem Preis „Brückenbauer“ im Jahr 2014, zeugt von seinem tiefen Verständnis für kulturelle Verbindungen. Seine Werke reflektieren persönliche Erlebnisse und nehmen die Leserschaft mit auf eine emotionale Reise, von der Nachkriegskindheit über die ungestümen Jahre der Jugend bis hin zu den stilleren Momenten des Alterns. Mit seiner Kunst betrachtet er das Leben aus einer heimatverbundenen Perspektive.
Rückkehr zu den Wurzeln
Die jüngste Ehrung durch die Europäische Metropolregion Nürnberg fällt zusammen mit einem persönlichen Jubiläum: Vor 40 Jahren fand Brandls erste Lesung in der Amberger Stadtbibliothek statt. Diese Zusammenkunft markierte den Beginn einer eindrucksvollen Laufbahn. „Ein besonderer Aspekt dieser Ehrung ist die Rückkehr zu den Wurzeln“, damit schließt sich für Brandl ein Kreis, der sein Lebenswerk auf eindrucksvolle Art und Weise würdigt.

