Nordoberpfalz. Freitag der 13. ist jedes Jahr der Rauchwarnmeldertag. Ein kleines Gerät, dass Leben retten kann. Auch oder gerade während der Pandemie informiert der Kreisfeuerwehrverband heute die Bevölkerung zu Rauchmeldern.
„Die Erwachsene Bevölkerung ist zunehmend im Home Office und der Brandschutz zuhause rückt damit in den Fokus. Denn eine aktuelle Studie hat ergeben: 50 Prozent der Eigentümer sind daheim nicht ausreichend durch Rauchmelder geschützt. Wir haben also noch etwas vor!“, erklärt Thomas Mathes aus Püchersreuth Fachbereichsleiter der Kreisfeuerwehrverbands der Region.
Jeden Monat sterben in Deutschland immer noch rund 30 Menschen durch Brände, die meisten von ihnen an einer Rauchvergiftung. Tödlich ist bei einem Brand in der Regel nicht das Feuer, sondern der Brandrauch. Bereits eine Lungenfüllung mit Brandrauch kann irreversible körperliche Schäden verursachen. Ursache für die etwa 200.000 Brände im Jahr ist im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht nur Fahrlässigkeit: Sehr oft lösen auch technische Defekte Brände aus.
Tödliche Gefahr im Tiefschlaf
Vor allem nachts werden Brände in Privathaushalten zur tödlichen Gefahr, denn im Tiefschlaf riecht der Mensch nichts. Schon drei Atemzüge hochgiftigen Brandrauchs können tödlich sein, die Opfer werden im Schlaf bewusstlos und ersticken. Daher ist ein Rauchmelder der beste Lebensretter in jeder Wohnung.
Der laute Alarm des Rauchmelders warnt Sie auch im Schlaf rechtzeitig vor der Brandgefahr und gibt den nötigen zeitlichen Vorsprung, sich und die Familie in Sicherheit zu bringen und die Feuerwehr zu alarmieren.
Was tun, wenn’s brennt? Das richtige Verhalten im Brandfall
„Sie haben nur 120 Sekunden zur Flucht“, weis Fachbereichsleiter Thomas Mathes, der im Landkreis für die Brandschutzaufklärung zuständig ist. Der Brandschützer gibt hierzu noch die Tipps:
- Denken Sie an Schlüssel und Handy! Ihr Mobiltelefon und Ihr Wohnungsschlüssel sollten immer griffbereit oder leicht zu finden sein.
- Türen schließen! Schließen Sie möglichst viele Zimmer- und Wohnungstüren hinter sich (nicht verriegeln!)
- Flüchten Sie niemals durch ein verrauchtes Treppenhaus! Ist das Treppenhaus bereits verraucht, bleiben Sie unbedingt in Ihrer Wohnung! Machen Sie sich an einem geöffneten Fenster bemerkbar!
Rauchmelder sind mittlerweile ich allen 16 Bundesländern Pflicht. Doch die wenigsten Menschen haben einen Plan, wie sie bei einem überraschenden Brand in der Wohnung richtig reagieren sollen. Vor allem nachts, wenn man durch den Alarm des Rauchmelders aus dem Schlaf gerissen wird, gilt es schnell zu reagieren.
In der Regel hat man nach Auslösen des Rauchmelders nämlich nur 120 Sekunden Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. „Hinzu kommt, dass ein Brandfall ein höchst erschreckendes Erlebnis und von den Betroffenen mangels Erfahrung auch nicht einzuschätzen ist“, sagt Kreisbrandrat Marco Saller. Daher werde von der Feuerwehr dringend empfohlen, sich vorher mit der ganzen Familie darüber Gedanken zu machen.
Größte Irrtümer wenn es brennt
Saller und ergänzt die fünf größten Irrtümer:
- „Wenn es brennt, bleibt genug Zeit“: Bei einem Brand bleiben höchstens 120 Sekunden zur Flucht.
- „Ein Rauchmelder im Flur reicht“: Rauchmelder gehören mindestens in alle Flure, Schlaf- und Kinderzimmer, in Berlin und Brandenburg auch in alle Aufenthaltsräume außer der Küche.
- „Die Rauchmelderpflicht gilt nur für Vermieter, nicht für Eigentümer im selbstgenutzten Wohnraum“: Die Pflicht gilt für alle Eigentümer!
- „Ich bemerke den Brand rechtzeitig“: Nachts schläft auch der Geruchssinn, man wird bei einem Brand nicht wach.
- „Qualität von Rauchmeldern erkennt man allein am CE-Zeichen“: gute Rauchmelder tragen zusätzlich das Qualitätszeichen „Q“.
Weniger Todesfälle bei Bränden
„Zusammenfassend sei erwähnt: Statistisch gibt es seit Einführung der Rauchwarnmelderpflicht seit 2004 20 Prozent weniger Brandsterbefälle, dies sind 500 Menschenleben!“, so Mathes. In 12 von 16 Bundesländern wurde daher auch die Wichtigkeit zum Einbau dieser kleinen Lebensretter eindeutig erhöht.
„Medienberichten zufolge wurden im Jahr 2015 Durchschnittlich 1,2 Personen am Tag, und seit 2019 4,4 Personen durch Rauchmelder rechtzeitig gewarnt und dadurch gerettet werden. Tendenz steigend. Dies sind gute Nachrichten, welche es aber noch zu toppen gilt“, so Mathes abschließend.

