Schon am Freitag begann der Ausnahmezustand der Flosser Kirwa als die Partyband „Highline“ im voll besetzten Festzelt bei Oberndorf für ausgelassene Stimmung sorgte. Das aber sollte noch gesteigert werden, denn die „Troglauer“ kennen Floß und die Flosser Kirwa. So war es kein Wunder, wenn am Samstag wieder ein proppenvolles Festzelt mit einer kaum mehr zu überbietenden Stimmung aufwartete. Selbst der Regen und das schwierige Parken der Fahrzeuge hielt die Gäste und Besucher aus nah und fern nicht zurück. Damit waren zunächst die ersten beiden Tage für den Veranstalter, der Burschengesellschaft Cylinderclub, unter Dach und Fach.
Flosser Kirwa-Frühschoppen fiel nicht ganz ins Wasser
Doch am Sonntag ging es weiter. Nach den Gottesdiensten beider Konfessionen wurde eine Tradition mit dem Kirwa-Frühschoppen im Herzen des Marktes, der Marktplatzanlage, fortgesetzt. Man hatte sich besten vorbereitet. Die Flossenbürger Blaskapell’n mit Leiter Franz Völkl rüstete sich für das Standkonzert und die Flosser Landwehr stand bereits Gewehr bei Fuß. Doch der anhaltende Regen ließ weder das Konzert noch den Aufmarsch der Landwehr zu. Bürgermeister Robert Lindner hatte sich vorher sowohl mit der Musikkapelle als auch mit Kommandanten Franz Schmidt von der Landwehr abgesprochen. Sie alle waren sich schweren Herzens darüber einig, den Frühschoppen ausfallen zu lassen.
War schon der Ausfall des Frühschoppens während der Corona-Pandemie sehr bedauert worden, so jetzt auch die Absage dieser besonderen Attraktion am Kirchweihsonntag. Eine seit Jahrzehnten eingeführte Tradition musste wetterbedingt unterbrochen werden. Das ist sehr selten. In früherer Zeit war davon die Rede, dass Regenwetter bei der Kirchweih in Flossenbürg schönes Wetter bei der Flosser Kirwa bedeutet. Nun gab es beim Nachbarn in Flossenbürg hellen Sonnenschein an den Kirchweihtagen. Sollte das ein schlechtes Omen für die Flosser Kirwa gewesen sein?
Trotzdem gab es Freibier
Die Verantwortlichen hatten keine leichte Entscheidung, doch sie fanden bei einem Großteil der Bevölkerung dafür auch Verständnis. Gerüstet hatte sich auch die Burschengesellschaft Cylinderclub für den Ausschank des Freibiers. Und davon ließ sie sich auch wegen des leichten Regens nicht abbringen.
Robert Lindner erfüllt seine Amtshandlung und zapfte das Holzfass mit den Ausspruch: „O‘zapft is, auf eine schöne Flosser Kirwa“ an. Bürgermeister a.D. Günter Stich drehte den Zapfhahn kräftig auf. Immerhin war es ein Hektoliter Freibier. Nicht wenige Durstige fanden sich im weiten Rund des Festplatzes zur geselligen und frohen Unterhaltung ein.
Gekommen waren die angemeldeten Fieranten. Sie hatten oberhalb der Marktplatzanlage ihre Verkaufsstände aufgestellt und ihre Waren feilgeboten. Ein kurzer Gang durch die kleine Verkaufsmeile lohne sich. In der Marktplatzanlage hatte das Schaustellunternehmen Dromann das Kinderkarussell in Gang gesetzt und die kleinen Kirwa-Besucher ließen sich eine Rundfahrt nicht nehmen.
Ein Nachmittag für die Familien
Auch die Familien konnten sich wohlfühlen. Und dafür gab es den traditionellen Familiennachmittag bei freiem Eintritt im Festzelt. Passend für die gesellige Unterhaltung bei Kaffee, Kirwakücheln und Kuchen das musikalische und gesangliche Highlight mit den „D’Woihauser Straßenmusikanten“ unter Leitung von Dieter Hanauer und Philipp Bauriedl. Zünftig, lustig, derb, einfach einmalig – auch sie waren nicht das erste Mal auf der Flosser Kirchweih, kennen das aufgeschlossene Publikum und fühlten sich als echte Oberpfälzer wie zu Hause.
Man ließ sich den schönen Nachmittag nicht verregnen
Mit Liedern zum Mitsingen und Schunkeln, aber auch Märsche, Polkas und Walzer für ein Tänzchen erfreuten sie die festlich, froh und heiter gestimmten Besucher, Volksmusik, die man gerne hört und vor allem auf die Kirwa passte. Selbst ein plötzlich auftretenden Wolkenguss machte den froh gestimmten Besuchern nichts aus. Aber die Helferinnen und Helfer waren wieder einmal mit dem Aufwischen des Wassers im Zelt durch beispiellosen Einsatz gefordert.
Alles war wieder bestens organisiert und der Gastgeber zeigte sich von seiner besten Seite. So ließ sich der Nachmittag richtig feiern, zumal es auch für die Kinder genügend Abwechslung mit den aufgestellten Spielgeräten gab.

