Doch Monsignore Josef Zerndl, der mit dem 1945 in Riggau geborenen späteren Erzbischof und Apostolischen Nuntius Hans Schwemmer seit der gemeinsamen Studienzeit an der Päpstlichen Universität in Rom befreundet war und auch heuer gemeinsam mit Stadtpfarrer Edmund Prechtl und Pfarrer Gerhard Schmidt aus Roggenstein die Eucharistiefeier zelebrierte, äußerte sich überzeugt: Wichtiger als alle Gedenkfeiern wäre seinem Studienfreund gewesen, sich dem „Dienst an den Menschen“ zu widmen und den Willen Gottes nicht als Ritual, sondern als Lebensinhalt zu begreifen“.

Nicht auf orthodox-rigoristisches Hängen an kirchlichen Lehrsätzen und liturgischen Formen sei es Hans Schwemmer in seinem priesterlichen Dienst angekommen, sondern auf „all das, was wir füreinander tun können“, um „aus der inneren Verbindung mit Jesus Christus den Willen Gottes so zu erfüllen, dass er zum Segen wird für andere Menschen“. Der Name Jesu, so Zerndl, solle „für alle Zeit als der Leitname für Menschenwürde, Menschenrechte, für Freiheit, Solidarität, Subsidiarität und Nachhaltigkeit gelten“. Auf diesen eigentlichen „Kern der Liebe Gottes zu den Menschen“ müssten Blick und Bewusstsein aller Christen als „gemeinsame Mitte“ gerichtet sein.

Werbung
Advertorial mit Button
Neues Advertorial Neues Advertorial Neues Advertorial Neues Advertorial Neues Advertorial
mehr erfahren

„Engagiert, gefestigt, geistig beweglich“

Das Wesen des am 21. September 1997 in Regensburg zum Bischof geweihten und am 1. Oktober 2001 als päpstlicher Botschafter für Papua-Neuguinea und die Salomon-Inseln verstorbenen Theologen beschrieb der langjährige Regionaldekan von Bayreuth und emeritierte Domkapitular als „engagiert, gefestigt und dabei doch auch geistig beweglich“. Das Evangelium sei Schwemmer ein für „alle möglichen Fragen und Nöte“ hilfreicher lebenspraktischer Leitfaden seiner seelsorgerlichen Arbeit gewesen und der Glaube ein „fester Punkt, von dem aus sich das Leben gestalten und bewegen lässt“.

#1 beispiel in-article

Aus dieser Haltung heraus habe er auch ein Hilfswerk für Neuguinea mitgegründet und für dessen langfristigen Bestand Vorkehrungen getroffen. Christlichem Denken und Handeln entspreche es nicht zuletzt, sich auf die allzu selten geübte Dankbarkeit gegenüber Gott für all das zu besinnen, „was wir immer so selbstverständlich als Seine Gaben entgegennehmen“, mahnte Josef Zerndl mit Blick auf das Erntedankfest.

Zum Schluss der Eucharistiefeier dankte er der von Richard Waldmann geleiteten Chorgemeinschaft Sankt Georg und dem Pianisten Benjamin Schallwig, die die Liturgie mit Teilen der „Festival Mass“ des amerikanischen Komponisten John Leavitt und Werken des Engländers John Rutter musikalisch begleitet hatten. Musik, wie sie der Chor darbiete, zähle zu jenen kulturellen und sozialen „Lebensmitteln“, die für das Menschsein ebenso wertvoll und unverzichtbar seien wie die „Nahrungsmittel“, die man am Erntedanktag ehre.