Die Trauerbegleitgruppen im Landkreis Neustadt/WN und der Stadt Weiden möchten künftig gemeinsam ihr Angebot veröffentlichen. Beim ersten Treffen und Austausch der Vertreter und Vertreterinnen der einzelnen Trauerbegleitangebote einigte man sich schnell auf eine gemeinsame Netzwerkgründung.
Zugang zu Trauerangeboten erleichtern
Die Eckpfeiler des Netzwerkes sind: die „SHG Kleine Engel“, die „SHG Trauernde Eltern Weiden und Region“, die „Trauerbegleitung Kath. Frauenbund Grafenwöhr“, die Gruppe „Neubeginn“ im Maria-Seltmann-Haus, das Trauerbegleitangebot von Donum Vitae Weiden, die Begleitung für trauernde Kinder und Jugendliche sowie mehrere Trauerbegleitgruppen für Erwachsenen des Ambulanten Hospizdienstes Malteser Hilfsdienst e.V. und die Selbsthilfekoordinationsstelle Nordoberpfalz (SEKO NOPF.).
So soll Hilfesuchenden der Zugang zu den unterschiedlichen regionalen Trauerbegleitangeboten erleichtert werden. Angestrebt wird, einen gemeinsamen Flyer zu entwickeln, der die unterschiedliche Angebote für den individuellen Trauerweg aufzeigt und entsprechende Kontaktdaten zu den verschiedenen Trauer- und Selbsthilfegruppen beinhaltet.
„Abschied, Trennung und Verlust durch Konfrontation mit dem Tod löst bei Vielen, die zurückbleiben eine tiefe seelische Krise aus – die Trauer. Sie kann sich auf sehr unterschiedliche und vielfältige Weise zeigen – sowohl auf der körperlichen und seelischen, als auch auf der geistigen, der Verhaltens- und Gefühlsebene“, erläutert Renate Buchfelder, Koordinatorin und Trauerbegleiterin vom Ambulanten Hospizdienst Weiden-Neustadt/WN der Malteser.
Jeder Trauerweg braucht Zeit und Raum
Die Trauererfahrung könne zusätzlich erschwert sein, wenn zum Beispiel besonders traumatisierende Umstände zum Tod führten: ein plötzlicher und unerwarteter Tod, eine verhinderte Abschiedsmöglichkeit und auch die Trauer nach Suizid. „Trauer ist keine Krankheit, aber sie kann krank machen, wenn sie dauerhaft verdrängt, unterdrückt und nicht zugelassen wird“, erklärt Buchfelder weiter.
„Jeder individuelle Trauerweg fordert Raum und braucht seine Zeit. Der Schmerz um den Verlust eines Menschen, zu dem vor allem eine innige Beziehung bestand, ist nicht nach dem sogenannten ersten Trauerjahr, schon gar nicht nach nur wenigen Monaten ins „neue Leben“ integriert!“ Eine erste Unterstützung in dieser schweren Zeit können neben verlässlichen Angehörigen und Freunden auch Seelsorger und Seelsorgerinnen sein. „Eine Trauerbegleitung kann den Trauerweg nicht verkürzen, aber sie kann helfen, ihn weniger einsam zu machen“, so Buchfelder.
Entlastung und Unterstützung durch Trauerbegleitgruppen
Trauerbegleitgruppen können, neben diversen Trauerseminaren, Vorträgen und Online-Angeboten, menschlich bereichernd sein und vor Ort den Trauerprozess wesentlich unterstützen. In Gruppen kann die Möglichkeit, Erfahrungen mit anderen Betroffenen auszutauschen, Erinnerungen zuzulassen, sich gegenseitig Ermutigung zu geben, die Trauer lebbar machen, die Selbstheilungskräfte fördern. Bei allen unterstützenden Angeboten können Trauernde auch persönlich und individuell in Einzelgesprächen Beratung und Begleitung erfahren.
„Eine Trauerbegleitung ist Entlastung und Unterstützung auf dem individuellen Trauerweg, kann aber kein Ersatz für eine gegebenenfalls erforderliche Therapie sein. In diesem Falle können weitere Kontakte vermittelt werden“, sagt Buchfelder abschließend.
Begleitangebote, Trauerselbsthilfegruppen, Trauerseminare oder Gesprächskreise der Region:
- Trauerbegleitung im westlichen Landkreis NEW, in Grafenwöhr, beim Kath. Frauenbund (Hilde Haupt 09641/3148);
- die Selbsthilfegruppe „Trauernde Eltern Weiden und Region“ mit den Ansprechpartnern Marianne und Winfried Hübner (09645/1010), Astrid u. Josef Führnrohr (09602/616690) sowie für die Gruppe „Kleine Engel“, Melanie Reber (09657/922451);
- Trauerbegleitgruppen für Erwachsene, sowie für Kinder und Jugendliche beim Ambulanten Hospizdienst, Malteser Hilfsdienst e.V. (Kontakt: Renate Buchfelder 0171 163 2177);
- Des Weiteren gibt es ein Trauerbegleitangebot im Maria-Seltmann-Haus, Kontakt Frau Susanne Meichner (0961/81 52 11);
- Für 2022 ist die Gründung einer Trauergruppe für Eltern von Sternenkindern durch die Beratungsstelle Donum Vitae Weiden geplant (Frau Schieder 0961/4016940).
- Neu gegründet wurde das Selbsthilfenetzwerk für Angehörige von an Corona Verstorbenen durch die Selbsthilfekoordinationsstelle SEKO NOPF (0961/38931-63).

