Weiden. Geballte chirurgische und internistische Kompetenz versammelte sich in der Max-Reger-Halle in Weiden. Zur 35. Fortbildungsveranstaltung „Aktuelle Gastroenterologie“ konnten zwei Chefärzte des Klinikums Weiden nicht nur viele teilnehmende Ärzte, sondern auch zwei angesehene Experten aus Münster und München begrüßen.
In seiner Begrüßung und Einführung ging der Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Klinikum Weiden, Prof. Dr. Frank Kullmann, auf die vielfältigen Krankheitsbilder des Ösophagus (Speiseröhre) ein, die bei dieser Fortbildungsveranstaltung im Blickpunkt standen. Dafür konnten mit Prof. Dr. Monther Bajbouj (Rotkreuzklinikum München) und Prof. Dr. Daniel Palmes (Universitätsklinikum Münster) zwei Fachleute als Referenten gewonnen werden.
Die Speiseröhre und was man darüber wissen muss
Im ersten Vortrag des Abends brachte Prof. Dr. Daniel Palmes, Facharzt für Chirurgie und Leiter der chirurgischen Arbeitsgruppe Ösophagus am Universitätsklinikum Münster, den Zuhörern die aktuellen Aspekte der chirugischen Behandlung des Ösophaguskarzinoms (Speiseröhrenkrebs) nahe. Über die Jahre hat sich gezeigt, dass ein interdisziplinäres Vorgehen (Strahlentherapeut, Onkologe, Gastroenterologe, Chirurg, Radiologe) in der Behandlung von Patienten mit Speiseröhrenkrebs zu einem deutlich verlängerten Überleben führt. Die Operation selbst ist ein gutes Beispiel für Hochleistungschirurgie, die aber auch ein hohes Risiko für postoperative Komplikationen in sich birgt. In diesem Fall ist dann wieder die Interdisziplinarität gefordert, wie es auch im Klinikum täglich gelebt wird.
Prof. Dr. Monther Bajbouj, Chefarzt der Inneren Medizin II am Rotkreuzklinik München, beleuchtete in seinem Vortrag die Dysphagie als klassisches Leitsymptom, das Ärzte vieler Fachrichtungen beschäftigen könne. Die Ursachen von Schluckstörungen könnten sehr vielfältig sein. Dementsprechend komplex und schwierig gestalte sich häufig die Diagnostik und Therapie. Die Folge sei auch hier ein hoher Stellenwert von interdisziplinärer Beratung über Ursachen und Therapie. Besonders intensiv ging Prof. Dr. Bajhouj auf die sogenannte eosinophile Ösophagitis ein. Das ist eine immunvermittelte Entzündung der Speiseröhre und wird auch als „Asthma der Speiseröhre“ bezeichnet.
Nach den beiden Vorträgen moderierte Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl, Chefarzt der Allgemein-, Thorax- und Visceralchirurgie am Klinikum Weiden sowie Prof. Dr. Frank Kullmann, Chefarzt der Medizinischen Klinik I, die Fragerunde der Teilnehmer.


Meine Tante hatte schon mehrmals eine entzündete Speiseröhre, mir war aber dennoch nicht bewusst, dass auch ein Facharzt für Chirurgie sich mit diesem Thema befasst und man es als „Asthma der Speiseröhre“ bezeichnen kann.