Die Oberpfalz war im Mittelalter das Eisenverhüttungs- und Verarbeitungszentrum Europas. Bahnbrechend für den Aufstieg der Oberpfälzer Eisenindustrie war der Einsatz der Wasserkraft zur Verhüttung und Verarbeitung der Erze. Wann in Unterschnaittenbach das Hammergut eingerichtet wurde, ist unbekannt, doch muss es schon sehr früh geschehen sein. Die verwandtschaftlichen Beziehungen der älteren Kastner, die sicher schon im 13., wenn nicht bereits im zwölften Jahrhundert in Amberg ansässig waren, können kaum einwandfrei mangels einschlägiger Urkunden geklärt werden.

Doch kann gesagt werden, dass sie schon im 14. Jahrhundert sechs Hammerwerke besaßen und zu den großen Unternehmern gerechnet werden dürfen. Möglicherweise waren schon die Ahnen im 13. Jahrhundert im Eisenhandel tätig.

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Reiche und einflussreiche Männer

Der Hammer Unterschnaittenbach erhielt mit Hans Kastner einen Mann als Besitzer, dessen Familie bereits 1311 in einer Amberger Urkunde mit Conrad Kastner als Zeugen erscheint. Er wie auch sein Vater Hans Kastner d. Ä. waren reiche und einflussreiche Männer in Amberg.

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Mit der Zeit war fast in der ganzen Oberpfalz kein Hammerwerk mehr, welches die Kastner nicht besessen oder auf das nicht ihre Töchter geheiratet hätten. Auch Holzhammer war dabei. Die Große Hammereinung bildete den Grundstein für die Wirtschaftsordnung im Eisengewerbe der Oberpfalz. Hauptziel der Einung von 1387 war wie schon 1341 die Begrenzung und Kontrolle der Zahl und Produktion der Schienhämmer.

Nach dem Tode des Hans Kastner im Jahr 1499 übernahm sein Erstgeborener, Andreas, das Hammergut Unterschnaittenbach, welcher Bürgermeister (zwei Jahre, hat das Amt wegen geschäftlicher Überlastung 1522 aufgeben, er wäre demnach bei Amtsbeginn 21 Jahre alt gewesen) in Amberg war. Andreas Kastner verwendete auf Unterschnaittenbach alle Sorgfalt.

Fürstlich richtete er seinen Sitz her (so steht es in der Chronik). Um das ganze Gut zog sich eine Ringmauer, durch die zwei Tore führten. Innerhalb lagen die Schmiedhäuser, die Stallungen, Ökonomiegebäude, die Wohnung des Verwalters und seine Wohnung und vieles mehr. Hoch über alles ragte ein ansehnliches Schloss hervor. Dort war ein Altane angebracht und rückwärts führte eine Brücke über den Hammergraben ins Freie.

Letzte Ruhestätte in Schnaittenbach

Andreas war damit einer der reichsten Hammerbesitzer seiner Zeit. Andreas Kastner starb am 31. Oktober 1547 und wurde seinem Wunsche gemäß neben die Gebeine seiner Gattin, die ihm 1540 vorausgegangen, zu St. Georg unter der Linde begraben. Paul der Kastner starb 1556 im Alter von 47 Jahren. Dieser, wie seine Gemahlin, fanden die Ruhestätte in der Kirche zu Schnaittenbach.

In der Kirche zu Schnaittenbach befindet sich auf der Evangelienseite das Grabmahl von David Kastner (er starb im Alter von knapp 49 Jahren im Jahr 1590) von und zu Unterschnaittenbach und Ködnitzmühle. Ein Epitaph aus Kalkstein mit Rotmarmorsäulen an der nördlichen Chorwand mit dem Wappen der Kastner von Unterschnaittenbach zeigt zwischen zwei Säulen Hochrelief mit dem Wappen der Kastner von Unterschnaittenbach.

Die Inschrift im Sockel lautet: Anno Domini 1590 den 29. April ist der Edel und Ehrenvest David Castner von und zu Unterschnaittenbach und Koednitzmühl im 49. Jahr seines Alters seeliglich in Christo eingeschlaffen, dem Gott gnedig sey. Amen. Komt her ihr Gesegnete meines Vaters und besitzet sein Reich. Mat. C. 25.

Die Geschichte hat noch viele weitere Facetten

Die Geschichte der Kastner ist noch viel länger. Reinhold Strobl stellt sie gerne allen Interessenten zur Verfügung. Im Bereich des ehemaligen Hammerschlosses stieß man beim Abbruch des Hauses Nummer acht 1958 auf zwei Schmelzöfen des alten Hammerwerkes. Die Mauern der Öfen waren laut Walter Volland etwa eineinhalb Meter dick. Beim Einbau der Luftheizung stieß man in der Stadtpfarrkirche auf eine Gruft mit dem mumifizierten Leichnam eines Kindes. Mit der Montangeschichte ist jedoch auch ein Raubbau in unseren Wäldern verbunden.