Mit ihren gut ausgebildeten Spürnasen können Rettungshunde vermisste Personen suchen und finden. Es gibt die Suche für Hunde in der Fläche oder sogenannte Man Trailer Hunde. Am Sonntag fanden im Wald des Charlottenhofer Weihergebietes ein Training mit vier Hunden statt, die sich aktuell in der Ausbildung zu Rettungshunden befinden. Eingegliedert ist die Truppe bei der FF Schwarzhofen. Zunächst gründete sich die Rettungshundestaffel 2017 und wurden wieder aufgelöst und seit 2022 neu aufgestellt. Zu ihnen gehören sechs Flächenhunde und drei Mantrailer Hunde und sind auf der Suche nach neuen Mitgliedern, erklärte die Trainerin Tina Giewald.
Etwas Gutes tun und Personen finden
Der Gedanke zur Gründung lag darin, etwas Gutes tun zu wollen und natürlich Personen zu finden. Johanniter und Malteser verfügen bereits über solche Staffeln, nur bei der Feuerwehr sei es noch nicht so verbreitet – in der Oberpfalz seien es nur zwei. Zum einen Münchshofen und Schwarzhofen, die sich derzeit im Aufbau befinden. Sie bilden jeden Hund aus, der Spaß an der Arbeit habe, mit der Begleithundeprüfung, damit der Hund die Einsatzfähigkeitsprüfung auch ablegen könne. Dies seien die Voraussetzungen, sagte Giewald.
Auf Rassen haben sie sich nicht speziell festgelegt. Bei ihnen sind Old English Bulldoge, Golden Retriever, Australien Shepherd oder auch Rottweiler mit dabei. Französische Bulldoggen oder Möpse bleiben bei ihnen außen vor, weil bei diesen Hunden die Nase viel zu kurz sei. Damit die Hunde auch lernen, Menschen zu finden, werde mit den Flächensuchhunden zweimal wöchentlich trainiert. Hierzu gehöre Gerätetraining über Leitern oder auch über eine Wippe zu hüpfen. Auch Anzeigeübungen gehören dazu.
Große Suchen im Wald
Am Wochenende geht es zu den großen Suchen im Wald. Hierbei werden der Hundeführer und Helfer auf die Prüfung vorbereitet, was auch einem Einsatz entspreche, erklärte die Trainerin. Bei der Flächensuche versteckten sich zwei Helfer in einem abgesteckten 8000 Quadratmeter großen Areal und der Hund, der tausendfach besser riechen kann als ein Mensch, nimmt den Menschen als „Gestank“ war. Denn der Mensch verbreitet den Geruch von Buttersäure, den der Hund wahrnimmt und findet so die Person. Vor der Suche wird zunächst mit Puder ermittelt, aus welcher Richtung der Wind kommt. Dann läuft der Hund entgegen der Windrichtung.
„Nur die Suche zählt“
Bekommt der Hund seine Kenndecke angezogen, sieht es aus, als ob ein Schalter umgelegt wird – er reagiert ganz anders und ist auf die Suche konzentriert. Alles, was sich neben ihm abspiele, sei dann uninteressant. Nur die Suche zählt. Dann gibt der Hundehalter das Zeichen für die Suche und beide verschwinden im Wald. Nach kurzer Zeit hat der Hund den Menschen gefunden und bellt. Der Hundehalter kommt und gibt seinem vierbeinigen Helfer eine Belohnung. Als Nächstes geht der Hund als Mantrailer auf die Suche. Hierbei bekommt er ein Stück Stoff der vermissten Person zu schnüffeln und nimmt auch nur diesen Geruch wahr, wie Giewald weiter erklärte. Dabei verfolgt er die Fährte, bis die Person gefunden ist und zeigt dies mit Bellen und Verbleiben bei der Person an.
Am Sonntag beteiligten sich Tina Giewald mit der vierjährigen Old Englisch Bulldogge Shiva, Karin Mager mit ihrem zweieinhalbjährigen Golden Retriever Rüden Murphy, Tobias Giewald mit der vierjährigen Old Englisch Bulldogge Lady und Thomas Kant mit der einjährigen Australien Sheppard Hündin Macey. Nach drei Stunden beendeten sie ihr Training im Waldgebiet bei Charlottenhof. Nächstes Mal ist wieder ein anderer Trainingsort im Landkreis Schwandorf an der Reihe, aber nur dort, wo sie auch Genehmigungen haben. Und nächstes Jahr wollen sie ihre Ausbildung mit einer schwierigen Prüfung, der Rettungshundeprüfung 2 abschließen. Dann dürfen sie auch als Rettungshunde Menschen suchen, die vermisst oder verschüttet sind.
Wer dabei sein will, kann sich bei Tina Gierwald unter der Handynummer 0171 8128665 melden.

