Seit November 2017 nimmt die Stadt an dem vom Bundesfamilienministerium geförderten Programm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ teil, gesteuert von der Koordinations – und Netzwerkstelle (KuN) der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi).
Es geht um niedrigschwellige Angebote, die den Zugang zur Kindertagesbetreuung begleiten. Angebote, die sich in erster Linie an Familien richten, die bisher kaum für Kindertagesbetreuung erreichbar waren. Eine erste Förderperiode ist mit Ende des Jahres 2020 abgelaufen, die Bundesregierung setzt das Programm aber für weitere zwei Jahre fort.
Schnittstelle zwischen Kitas, Eltern, Kindern und Partnern
Sehr zur Freude der lokalen Projektleiterin Martina Weiß von der gfi. Man werde in den kommenden zwei Jahren „weiterhin Schnittstelle zwischen Kitas, Eltern, Kindern und Netzwerkpartnern sein, um möglichst allen Kindern einen guten Start in den Kita-Alltag zu ermöglichen“, schreibt sie in einer Dokumentation der bisherigen Unternehmungen, die die wegen der Pandemie ausgefallene Abschlussveranstaltung ersetzen muss.
„Äußerst gelungenes Praxisbeispiel“
Und der Leiter des städtischen Amtes für soziale Dienste, Michael Trummer, fügt hinzu, durch die Förderung habe die Stadt Angebote in einer Qualität schaffen können, die ohne das Programm nicht leistbar gewesen wären. Die Akteure und wie auch die zahlreichen Projekte seien inzwischen etabliert.
Trummer bezeichnet das Förderprogramm als „äußerst gelungenes Praxisbeispiel zur Schaffung und Umsetzung der viel beschriebenen Chancengleichheit“.
„Grundbaustein zur Integration“
Wie wichtig die Angebote gerade auch für Familien in der Gemeinschaftsunterkunft sind, schildert der Integrationslotse Manfred Weiß von der Diakonie. Gerade für Kinder aus diesen Familien sei das Spielen und Basteln „eine große Hilfe, ihre oft schwierige Situation zu vergessen und Spaß und Freude zu erleben“.
Immer öfter besuchten Eltern die Spielestunden, in denen auch Fragen zur frühkindlichen Bildung und Betreuung besprochen würden. „Dieser vertrauensvolle Kontakt für Kinder und Eltern ist ein Grundbaustein zur Integration“, sagt Weiß.
Jeder Kindergarten der Stadt hatte sein eigenes Projekt
In den einzelnen Kindertagesstätten fanden die unterschiedlichsten Einzelprojekte statt. Das Kinderhaus Tohuwabohu etwa suchte über das Thema Essen Brücken zu bauen; Essen sollte nicht nur als Mahlzeit, sondern als Ritual des Kochens und Miteinanders empfunden werden.
Mehrere Kindergärten bedienten sich der Musik als Mittlerin, so etwa der AWO-Kindergarten Spatzennest, die Kindergärten Kreuz Christi und Lorenz Werthmann. Ein Projekt des Kindergartens St. Dionysius endete sogar mit einer eigenen CD.
Der Kindergarten St. Elisabeth wiederum suchte über einen Sinnespfad Hürden abzubauen, der Kindergarten Herz Jesu setzte auf kindgerechte Lernwerkstätten und die Dokumentation der Entwicklungsschritte, die die Kinder ihren Eltern zeigen konnten.
Ins Gespräch kommen: Familien-frei-Tage im Café Mitte
Zu diesen Aktionen der Einrichtungen kamen solche der gfi selbst. Das waren zum Beispiel der „Kita-Koffer“ voller Spielsachen, mit dem die Eltern zu Hause besucht wurden, oder der „Familien-frei-Tag“ im Café Mitte, bei dem Eltern untereinander und mit den Fachkräften der Kindertageseinrichtungen ins Gespräch kommen konnten, während die Kinder spielten.
In der Gemeinschaftsunterkunft wurden Spielezeiten organisiert, es gab einen Vorschulkurs mit dem Fokus auf Sprachförderung, und als die Kontakte wegen der Pandemie stark eingeschränkt werden mussten, bekamen die Familien eine Basteltüte geschickt.
Die etablierten Projekte werden für zwei Jahre fortgeführt
Wie geht es weiter? All die erfolgreichen und inzwischen etablierten Projekte werden fortgesetzt. Das Augenmerk liege weiterhin auf Kindern und Familien, die bisher nicht oder nur unzureichend von der institutionellen Kindertagesbetreuung erreicht worden seien, heißt es. „Ich freue mich auf zwei weitere Jahre“, sagt die gfikoordinatorin Martina Weiß.

