Weiden/Neustadt/WN. Die BRK-Bereitschaften sind ein Kernbaustein der Gesamtstruktur des Roten Kreuzes, das weltweit auf ein Netzwerk aus 190 Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften zurückgreifen kann. Was tun die einzelnen Gruppen? Ein Einblick in unserer BRK-Reihe.
Welche Verantwortung tragen die BRK-Bereitschaften? Welche Bereiche decken die (meist) Ehrenamtlichen ab? Wie sieht ihre Arbeit aus? Das sind Fragen, die wir in einer Reihe beantworten wollen.
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BRK-Bereitschaften – das sind die Teilbereiche:
- Einführung hier lesen: BRK-Bereitschaften – das „Rückgrat“ des BRK
- Sanitätsdienst, Betreuungsdienst, Helfer vor Ort (Text unten)
- Suchdienst/Kreisauskunftsbüro (KAB), Rettungshundestaffel (Fortsetzung folgt)
- Psychosozialen Notfallversorgung, Technik und Sicherheit, Information und Kommunikation (IuK) (Fortsetzung folgt)
Die Fortsetzungen liest du schon bald auf oberpfalzecho.de. [/box]
Sanitätsdienst: Schnelle Hilfe
Ob Rockkonzert, Fußballspiel, Karnevalsumzug oder Straßenfest – wo viele Menschen zusammenkommen, gibt es viele kleinere und größere Notfälle. Ob sich ein Kind das Knie aufschürft, ein begeisterter Fan ohnmächtig wird oder einem Läufer beim Marathon die Luft ausgeht – der Sanitätsdienst der BRK-Bereitschaften leistet schnelle Hilfe.
Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Sanitätsdienstes sorgen für die schnelle und kompetente Versorgung bei Verletzungen und Erkrankungen. Falls notwendig, koordinieren sie auch den Transport ins Krankenhaus. Die freiwilligen Helfer erhalten eine umfängliche medizinische Ausbildung und werden für ihre Einsätze angemessen ausgerüstet.
Durch regelmäßiges Training und viele Einsätze sind die Sanitäter erfahren und einsatzerprobt. Kommt es zu einem Massenanfall von Verletzten, beispielsweise nach einer Explosion oder einem Zugunglück, unterstützt der Sanitätsdienst den Rettungsdienst. Aber auch im Katastrophenschutz haben sie wichtige Aufgaben. Hierzu zählen die Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG).
Schnelleinsatzgruppen Behandlung und Transport
SEG Behandlung: Die Schnell-Einsatz-Gruppe Behandlung unterstützt die rettungsdienstliche Versorgung bei größeren Einsatzlagen. Sie führt dringend benötigtes medizinisches Material sowie Zelte, Tragen, Decken, Infusionen, Sauerstoffgeräte, Verbandstoffe usw. an die Einsatzstelle und unterstützt den Rettungsdienst bei der Versorgung der Verletzten.
SEG Transport: Die Schnell-Einsatz-Gruppe Transport schafft zusätzliche Transportkapazitäten bei größeren Einsatzlagen. Sie bringt Verletzte und Kranke zur weiteren medizinischen Versorgung in entsprechende Kliniken und Einrichtungen. Personalstärke und Ausstattung der Schnell-Einsatz-Gruppe Transport sind für den Transport von mindestens 4 Verletzten/Erkrankten (davon 2 liegend) ausgelegt.
Betreuungsdienst: Fürsorge in allen Fällen
Ein Unglücksfall trifft Menschen auf unterschiedliche Weise. Wenn Autofahrer in eisiger Kälte stundenlang im Stau stehen, ein Haus abbrennt, eine Flut ganze Lebensgrundlagen zerstört, sind die Betroffenen, auch wenn sie vielleicht nicht verletzt wurden, dennoch auf Hilfen wie Verpflegung, Unterkunft, Pflege oder Bekleidung angewiesen. Der Betreuungsdienst der BRK-Bereitschaften hilft Menschen in Not mit dem, was sie am dringendsten benötigen.
Der Betreuungsdienst der BRK-Bereitschaften ist auf die unterschiedlichsten Notsituationen vorbereitet. Auf lokaler Ebene können die freiwilligen Helfer in kürzester Zeit bis zu 500 Menschen mit Essen und Trinken versorgen, Notunterkünfte und Kleidung zur Verfügung stellen. Für die psychosoziale Betreuung der Betroffenen sind die Ehrenamtlichen ebenfalls geschult. Der Vorteil: In Großschadensfällen können sie auf das professionelle Netzwerk des Bayerischen Roten Kreuzes zurückgreifen und Hilfe aus dem ganzen Bundesgebiet bekommen.
Zum Betreuungsdienst gehören folgende Schnell-Einsatz-Gruppen:
SEG Betreuung: Die Schnell-Einsatz-Gruppe Betreuung betreut und versorgt bei größeren Einsatzlagen hilfebedürftige Menschen mit lebensnotwendigen Versorgungsgütern und führt Maßnahmen der Basisnotfallnachsorge durch. Sie organisiert die vorläufige, vorübergehende Unterbringung von Betroffenen und sorgt für einfachste Verpflegung im Rahmen des Einsatzes.
SEG Verpflegung: Die Schnell-Einsatz-Gruppe Verpflegung kann bei größeren Einsatzlagen innerhalb weniger Stunden eine große Anzahl an Personen mit Nahrung und Getränken verpflegen, wobei das Heranführen der Lebensmittel (Rohprodukte) und die Verteilung der Verpflegung von anderen Teileinheiten des Betreuungsdienstes übernommen werden kann. Die Schnell-Einsatz-Gruppe Verpflegung arbeitet nach den geltenden gesetzlichen Hygienevorschriften.
Helfer vor Ort: Schneller als der Rettungsdienst
Helfer vor Ort sind entsprechend für diesen Einsatz gut ausgebildete, erfahrene Mitglieder der BRK-Bereitschaften, die bei Notfällen von der Integrierten Leitstelle zusätzlich zu dem entsprechenden Rettungsmittel gerufen werden, um die Primärversorgung „vor Ort“ durchzuführen.
Die Helfer vor Ort kommen immer dann zum Einsatz, wenn die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer den Ort eines Notfalls schneller erreichen können als der Rettungsdienst oder aber, wenn das nächste Rettungsfahrzeug noch im Einsatz ist. Die Ehrenamtlichen übernehmen die Versorgung des Patienten und überbrücken das therapiefreie Intervall bis der Rettungsdienst eintrifft.
Sie führen lebenserhaltende Sofortmaßnahmen wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung durch und betreuen die Patienten. Dabei steht jedem Helfer vor Ort eine komplette Notfallausrüstung zur Verfügung, die unter anderem ein Blutdruck- sowie Blutzuckermessgerät, Verband- und Beatmungsmaterial enthält.
Der Helfer vor Ort kann den Rettungsdienst nicht ersetzen. Er kann ihn jedoch sinnvoll ergänzen. Da es sich bei den Mitgliedern der BRK-Bereitschaften um Helferinnen und Helfern handelt, die freiwillig und unentgeltlich arbeiten, ist die Tätigkeit der Helfer vor Ort mit einem geringen Kostenaufwand möglich. In unserem Kreisverband gibt es derzeit 14 Standorte. Als einer der ersten in ganz Bayern wurde 1995 der HvO Grafenwöhr gegründet.

