„Ökologisch und gut gedämmt auch durch die Energiekrise“ war und ist das Motto bei den Verputzarbeiten hinsichtlich der energetischen Sanierung des Waldthurner Lobkowitzschlosses. Hierbei wurde erstmals eine ökologische Dämmvariante bei der Sanierung des historischen Gebäudes, das auch als Pfarrheim genutzt wird, eingesetzt.
Die Außen- und Innenputzarbeiten sind nun abgeschlossen, daher haben die beiden Bauherren, Pfarrer Norbert Götz und Bürgermeister Josef Beimler zusammen mit dem Waldthurner Architekten Rudi Meißner die beteiligten Firmen zur Übergabe eingeladen. Der Spruch „Andere denken nach, wir denken vor“ stand bei der für die Sanierung der Außenfassade zuständigen Firma Gallitzendörfer aus Pleystein und der Herstellerfirma Maxit aus Azendorf bei Kulmbach an erster Stelle.
Innovativer Außenputz
Firmenchef Wolfgang Gallitzendörfer, Maxit Verkaufsleiter Heiko Thiel sowie Bauleiter Manfred Obermeier kamen nach Waldthurn, um das gelungene Werk zu übergeben. Für diesen innovativen Außenputz, der seit drei Jahren auf dem Markt ist, haben der Hersteller und die ausführende Firma perfekt Hand in Hand zusammengearbeitet, erklärte Meißner.
Für Wolfgang Gallitzendörfer sei diese Art von Putz Neuland gewesen, man habe aber gerade hier in Waldthurn perfekte Unterstützung von der Herstellerfirma mit Anwendungstechniker Konrad Fuchs erhalten. Die Oberfranken haben diesen innovativen Baustoff entwickelt, wobei der Fokus darauf liegt, gerade in der Klima- und Energiekrise Heizenergie und CO2 einzusparen.
Ressourcenschonender Baustoff
Dieser Baustoff, ist leicht, ergiebig und ressourcenschonend. Es handelt sich um eine mineralische Spritzdämmung, „hierbei wirken Hohlkugeln aus Glas, eingebettet in mineralisches Bindemittel wie thermische Isolatoren“, so Heiko Thiel.
„Ecosphere“, wie der Putz heißt, sei bei Sanierungen wie beispielsweise der Bayreuther Stadthalle zum Einsatz gekommen. Diese ökologische Dämmvariante war im Jahr 2020 für den deutschen Zukunftspreis (Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation) als revolutionär und zukunftsträchtig nominiert. Aus einer Tonne der neuen, leichten Dämmvariante, die im Silo geliefert wird, entstehen sieben Kubikmeter spritzbare Dämmung.
Dämmung und Denkmalschutz
Auf die 800 Quadratmeter wurden mit einer Stärke von fünf Zentimetern durch die Pleysteiner Firma 7,4 Tonnen (bisheriger Putz 40 Tonnen) an den Außenmauern aufgebracht. „Gerade für historische Gebäude ist eine rein mineralische Dämmung auch unter Vorgaben vom Denkmalschutz wichtig“, ergänzte Wolfgang Gallitzendörfer. Für die Firma Reger Bau aus Vohenstrauß berichtete Bauleiter Manfred Obermeier über die Innenputzarbeiten, wobei insgesamt 1.000 Quadratmeter Innenputz aufgebracht wurden.
„Das Landesamt für Denkmalschutz hatte als Untergrund für die Holzbalkendecken Schilfrohrmatten vorgeschrieben, was schon eine Herausforderung war“, so Architekt Meißner. Auch habe man entsprechende Salzanalysen gemacht, um die Belastung des Mauerwerks festzustellen und den richtigen Putz auszuwählen.
Mit einer Kalkfilzspachtel wurde teilweise der Innenputz doppelt überarbeitet, um dem historischen Gebäude wieder den alten Charakter des Schlosses zurückzugeben. „Wir sind mit dem Außenputz, aber auch mit den Putzarbeiten im Innenbereich unseres Lobkowitzschlosses sehr zufrieden“, erklärte der Bürgermeister. Der Kostenrahmen in Höhe von 250.000 Euro wurde laut Josef Beimler eingehalten.

