Grafenwöhr. Die Freude darüber, dass der „legendäre Hüttener Faschingszug“ wieder ins Leben gerufen werden soll, war groß. Mit Verwunderung und etwas ernüchtert über die Terminwahl reagierten aber viele mit einem Blick in den Veranstaltungskalender: Ausgerechnet der 3. Februar sollte es sein – gleichzeitig Tag des Kinderfaschings der Jungen- und Frauenunion und des Sportlerballs des SV Grafenwöhr.

Von Stefan Neidl

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Die Terminüberschneidung wurde zum Stadtgespräch und die CSU-Verbände entschieden als Konsequenz den Kinderfasching abzusagen. Anita Hessler von der Frauen Union und Lukas Braun von der JU haben den Kinderfasching organisiert und verteidigen die Absage: „Man hätte Eltern wie Kinder vor die Entscheidung stellen müssen, welche Veranstaltung man besucht. Nachdem Hütten seit Jahren keinen Zug mehr hatte, überlassen wir diesem den Vortritt.“ Trotzdem finden sie es schade, dass die Termine zusammenfielen. Saal und Musiker waren bereits gebucht.

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Verständnis für Faschingszug-Organisation

Treibende Kraft hinter der Wiedergeburt des Faschingszuges war Claudia Meier von der Concordia Hütten. Weil die Veranstaltung kurzfristig organisiert werden musste, lag ihr Augenmerk auf einem Datum, an dem noch kein anderer Faschingszug statt findet, damit möglichst viele Gruppen an diesem Tag teilnehmen können. Der traditionelle Termin des Faschingssamstags sei mittlerweile in Händen des Eschenbacher Faschingszuges. In Absprachen mit der Stadt Grafenwöhr hätte es gegen den 3. Februar keine Bedenken gegeben.

Auch Kulturmanagerin Birgit Plößner von der Stadt Grafenwöhr räumte auf Nachfrage ein, den Kinderfasching bei der Terminabstimmung nicht berücksichtigt zu haben. Bei den Absprachen sah man kein Problem zwischen Faschingszug und Sportlerball. Man hätte Verständnis für Meier, dass sie nach einem Termin suchen musste, an dem sie mit vielen Anmeldungen rechnen konnte. Um Konflikte dieser Art zukünftig zu vermeiden, solle man in solchen Fällen direkt das Gespräch mit den Behörden zu suchen.

SV-Vorstand nimmt’s sportlich

Thomas Reiter nimmt die Angelegenheit als SV-Vorstand sportlich. Er habe sich schon ein wenig über die Terminwahl gewundert, da der Termin für den Sportlerball schon lange feststand und der Faschingszug traditionell zum Faschingssamstag gehörte. Die Auswirkungen auf den eigenen Ball müsse man aber abwarten. „Es kann gut sein, es kann schlecht sein“, so Reiter. Vielleicht kommen die Leute von der Feierstimmung am Faschingszug spontan auf den Sportlerball oder sie bleiben nach einem langen Tag fern.