Im Freistaat Bayern gehört die Pferdehaltung und Pferdezucht zu den Branchen, die eine bedeutsame Entwicklung erleben. Mit rund 140.000 Pferden rangiert Bayern bundesweit auf dem dritten Platz, direkt hinter Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Dieser prosperierende Sektor wirkt sich nicht nur positiv auf das Landschaftsbild aus, sondern generiert auch vielfältige Freizeit- und Urlaubsangebote rund ums Pferd, die zunehmend an Beliebtheit gewinnen.
Vielfalt in der bayerischen Pferdewelt
Besonders hervorzuheben ist dabei die Struktur der Pferdehaltung. Circa 105.000 der 140.000 Pferde Bayerns werden auf rund 15.000 landwirtschaftlichen Betrieben gehalten. Ein bedeutender Teil dieser Betriebe hat sich auf die Pensionspferdehaltung spezialisiert oder konzentriert sich auf die Pferdehaltung als Haupterwerb.
Tradition und Moderne gehen Hand in Hand
Die Liebe zu Pferden lässt sich in Bayern auch in traditionellen Veranstaltungen wie den Leonhardi-Ritten oder dem festlichen Einzug der Wiesnwirte auf dem Münchner Oktoberfest wiederfinden. Hierbei spielt insbesondere das Süddeutsche Kaltblut eine tragende Rolle. Doch nicht nur in der Brauchtumspflege, auch in der modernen Landwirtschaft findet das Pferd seinen festen Platz. Das Staatsgut Schwaiganger beispielsweise, ein Haupt- und Landesgestüt, setzt in seiner Zucht nicht nur auf das Süddeutsche Kaltblut, sondern ebenso auf Warmblut, Haflinger und Edelbluthaflinger.
Seltene Pferderassen: Ein wertvolles Kulturgut
Die bayerische Regierung legt zudem großen Wert auf die Erhaltung gefährdeter Nutztierrassen. Die Förderung der Zucht des Leutstettener Pferdes sowie des Rottaler Pferdes trägt dazu bei, das kulturelle Erbe und die biologische Vielfalt zu bewahren. Beide Rassen sind nicht nur historisch bedeutsam, sondern auch symbolträchtig für eine nachhaltige und zukunftsfähige Pferdehaltung.
Diese positive Entwicklung in der Pferdehaltung und -zucht bietet landwirtschaftlichen Betrieben nicht nur die Möglichkeit zur Diversifikation, sondern stärkt auch die Zukunftsperspektiven in einem sich wandelnden Agrarsektor. Bayern zeigt einmal mehr, wie Tradition und Moderne erfolgreich miteinander verknüpft werden können, zum Wohle der Tiere sowie der Menschen, die sich ihrer annehmen.

