Ob die Menschen heute noch die Bereitschaft, den Mut und das Bedürfnis für den Bau einer Kirche im Dorf hätten? Einem Gebäude, das für sie und die Kirchengemeinde keine finanziellen Vorteile mit sich bringen würde, wohl aber Folgekosten!

Im Jubiläumsjahr von St. Anna kann die Pfarrei auch darüber sinnieren, was gut ist an ihrem Gotteshaus und was fehlen würde an ihrer Kirche, gerade in einer Zeit vieler Kirchenaustritte. Es versteht sich, dass Art und Intensität der Betrachtungen jeweils von den geschichtlichen Umständen in verschiedenen Zeiten abhängig sind. Doch das Ziel von Mutter Kirche blieb stets, zum Segen der Menschheitsfamilie zusammenzuwirken.

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Die Baugeschichte ist lang

Eine Aufgabe, die auch die Vorbacher schon vor mehr als 275 Jahren dazu veranlasste, mit einem Kirchenbau ein mächtiges Glaubensbekenntnis zu setzen. Die Baugeschichte ist lang. Schon Ende des 15. Jahrhunderts erstmals erwähnt, wird die Kirche 1506 als „Capella“ der Pfarrei Mockersdorf bezeichnet. Während der Reformationszeit residierten die lutherischen und calvinistischen Prediger im Pfarrhaus. Verbunden mit dem Einzug des Calvinismus in die „Obere Pfalz“ war die Entfernung der spätmittelalterlichen Innenausstattung. Ende des 16. Jahrhunderts wird in der Chronik nur noch von einem Kruzifix und einigen gemalten Bildern in St. Anna berichtet. 1587 wird die Kirche als baufällig bezeichnet.

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Der aus Amberg herbeigerufene Baumeister Wolfgang Dietzenhofer leitete nach der Rekatholisierung einen neuen Kirchenbau ein. Es sollte bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts dauern, um mit einem Neubau zu beginnen. Eine facettenreiche Historie. Bezeugt ist ein Erweiterungsbau durch eine Inschrift auf einem Medaillon hinter dem Altar von 1748. In dieser Zeit folgte auch eine Umgestaltung im Barockstil und eine Verlängerung des Langhauses von St. Anna. Weitere Sanierungen und Erweiterungen folgten. Bis 1921 gehörte St. Anna zur Urpfarrei Mockersdorf. Mit dem neu aufblühenden Kloster Speinshart kamen die pfarrlichen Rechte 1921 zur neu gegründeten Expositur Oberbibrach.

Restaurierungen immer wieder notwendig

Immer wieder notwendig werdende Restaurierungen folgten nach langer Vorplanung und zähen Verhandlungen mit der Diözese Regensburg in den letzten zehn Jahren Schritt für Schritt eine Generalsanierung. Ein Großprojekt mit der Erneuerung der Innenraumschale, des Dachstuhles und der Dacheindeckung, eine Außenrestaurierung mit Ankerverstärkung und eine neue Turmverkleidung in Kupfer. Eine Riesenherausforderung für die Pfarrei, für Pfarrer Adrian Kugler und Kirchenpfleger Robert Biersack, die es auch finanziell zu bewältigen gab.

Mit Unterstützung des Bistums, der Gemeinde, des Bezirks Oberpfalz, der nachbarschaftlichen Hilfe der Kirchenverwaltungen Speinshart und Oberbibrach und zahlreicher Privatspender gelang es, das Großprojekt zu stemmen. Bei Gesamtkosten von zirka 400.000 Euro musste die Ortspfarrei immerhin noch 100.000 Euro aufbringen, damit Sankt Anna rechtzeitig zum 275-jährigen Kirchenjubiläum am Sonntag, 30. Juli 2023 im neuen Glanz erstrahlt.

Festprogramm „Das Jubiläumsfest“ beginnt am 30. Juli um 9 Uhr mit einem Kirchzug vom Gemeindezentrum zu St. Anna. Um 9.15 Uhr Festgottesdienst mit Abt Hermann Josef Kugler. Ab 10 Uhr Festbetrieb am Gemeindezentrum mit musikalischer Unterhaltung. Neben herzhafter Grillspezialitäten wird auch ab 11.30 Uhr ein Mittagessen angeboten. Ab Mittag Kaffee und Kuchen. Ab 13.30 Uhr Auftritte der Kindertanzgruppen.