Weiden. Ein Mann (87), der im Pflegeheim in der Stadtmitte betreut wird, verschwand einfach aus dem Heim. Bis zum Bahnhof in Weiden konnte die Polizei seine Spur noch verfolgen, dort stand sein Rollator. Man ging schon vom Schlimmsten aus, bis ein beruhigender Anruf aus Dresden kam. 

Am Montag, gegen 10:15 Uhr, verließ der Mann (87) ein Pflegeheim in der Stadtmitte. Da er bis zum Abend nicht zurückgekehrt war, meldete die Pflegeheim-Leitung ihn als vermisst.  Noch am Abend konnte die Polizei Weiden seinen Rollator am Weidener Bahnhof finden. Da nicht auszuschließen war, dass sich der 87-Jährige in hilfloser Lage befindet oder eine Gefahr für seine Gesundheit oder sein Leben besteht, wurde nach ihm gefahndet. Am Dienstagvormittag wurde zur Unterstützung der polizeilichen Maßnahmen ein Polizeihubschrauber hinzugezogen.

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Im weiteren Verlauf der Ermittlungen stellte sich heraus, dass sich der Mann am Montag vom Pflegeheim aus zunächst mit einem Taxi zur AOK-Filiale in die Bahnhofstraße begeben hatte. Auf Grund seiner Äußerungen gegenüber der Taxifahrerin ergaben sich erste Hinweise, dass er eventuell in die Tschechische Republik reisen wollte. Es konnte weiterhin in Erfahrung gebracht werden, dass er sich am Montagmittag, gegen 12:00 Uhr, am Bahnhof Weiden ein Zugticket nach Neustadt/WN gekauft hatte. Zunächst verlor sich am Bahnhof in Weiden aber seine Spur.

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Senior in den Fängen von Trickbetrügern?

Im Laufe des Dienstagnachmittags wurde die Polizei Weiden schließlich darüber informiert, dass der 87-Jährige in einer Filiale der Deutschen Bank in Dresden in Begleitung eines Pärchens erschienen sei. In der Bank hatte er einen Schwächeanfall erlitten und wurde in ein Krankenhaus in Dresden eingeliefert.

Auf Grund der Feststellungen in der Bank ermittelte zunächst die Kriminalpolizei in Dresden wegen eines möglichen Betrugsdeliktes. Dieser Verdacht erhärtete sich jedoch nicht. Es stellte sich recht schnell heraus, dass es sich bei dem Pärchen um Bekannte des Vermissten handelte, die ihn nach Dresden gefahren hatten. Außerdem konnte in Erfahrung gebracht werden, dass der Vermisste noch am Montag in die Tschechische Republik, in seine Geburtsstadt, ausgereist war. Da er laut seinen Angaben seinen Lebensabend lieber in einem tschechischen Pflegeheim verbringen wolle, reiste er am Dienstag mit dem Pärchen nach Dresden, um in der Bank seine finanziellen Geschäfte zu regeln.

Laut Auskunft der Polizei in Dresden befindet sich der Mann bereits wieder auf dem Weg der Besserung, so dass er im Laufe des heutigen Tages aus dem Krankenhaus entlassen werden kann.