„Viel zu viele Tiere auf zu wenig Platz.“ Auf diese Formel von Constanze Erl-Höning lässt sich die Problematik der Tierhaltung bringen. Die Veterinärin ist am Freitagvormittag mit ihrer Kollegin Dr. Barbara Bäumler im Tierheim in Weiden vor Ort. Die Amtstierärztinnen sind mit der Unterbringung der Tiere beschäftigt. Auch für zwei Cane Corso (Kampfhunde der Kategorie 2) konnte ein Platz gefunden werden. Tierheimleiterin Jutta Böhm hilft beim Verladen. Sie kommt mit den großen Hunden gut zurecht: „Jahrelange Berufserfahrung.“
Bis in den Abend auf Hühner- und Hasenfang
Am Donnerstag hatten Helfer von Stadt und Polizei bis in die Abendstunden das Kleinvieh eingefangen und durchgezählt: Auf dem Grundstück befanden sich 115 Hühner, fünf Wachteln, 120 Stallhasen, zwei Meerschweinchen, zwei Deutsche-Doggen-Mischlinge, zwei Cane Corso und drei Katzen. Die Hühner und Stallhasen konnten auf verschiedenen Bauernhöfen im Stadtgebiet Weiden untergebracht werden. Die Katzen und Hunde wurden in verschiedene Tierheime gebracht.
Von außen ist das Grundstück am Rande des Wohngebiets Mooslohe komplett unauffällig. Ein zwei Meter hoher Zaun verwehrt den Einblick, dazu ein Schild: „Privatgrundstück – Betreten verboten“. Das Wohnhaus ist umgeben von einem verwilderten Garten mit allerlei Schuppen und Unterständen. Man käme niemals auf den Gedanken, dass dort 250 Tiere lebten.
Veterinärin Barbara Bäumler geht von einer gewerblichen Haltung aus. Dem Tierhalter wurde noch am Donnerstag ein absolutes Tierhalteverbot ausgesprochen.
Kosten des Einsatzes: rund 50.000 Euro
„Solche Vorkommnisse, wie sie gestern auf einem privaten Wohngrundstück festgestellt worden sind, sind äußerst selten“, teilt Alexander Grundler, Sprecher der Stadt Weiden, am Freitag mit. Das weitere Vorgehen bezüglich der Tiere werde von der Verwaltung nun geprüft. Auch, ob für die Kosten des Einsatzes und weitere Folgekosten der Halter haftbar gemacht werden kann. Nach ersten Schätzungen dürften sich diese auf einen Betrag von etwa 50.000 Euro belaufen.
An dem Einsatz waren mehrere Streifenbesatzungen der Polizei, die Hundestaffel sowie Mitarbeiter der Stadtverwaltung aus verschiedenen Ämtern beteiligt. Auch Oberbürgermeister Jens Meyer verließ am Donnerstagnachmittag die Sitzung des Bauausschusses, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Er zeigte sich betroffen von den Zuständen. „Wir danken allen beteiligten Kräften für ihren Einsatz. Das Wohl der Tiere hat für uns oberste Priorität.“


Hallo, ich habe die Nachricht gelesen, dass unter anderem 5 Wachteln gesichert wurden. Ich habe die Möglichkeit die 5 Wachteln separat zu meinen zu halten, und wenn sie gesundheitlich in ORdnung sind, meinen anzuschließen. Ich selbst habe 10 Wachteldamen und einen Hahn in einer Aussenvoliere, 4x6 qm groß, In der Aussen-Voliere steht zur Sicherheit ein zusätzlicher Käfig für Quarantänewachteln mit 2 Ebenen, der ist etwa 2,5 qm groß. Ich würde die Wachteln nehmen und mich um diese kümmern! Sie können gerne weitere Informationen wie Bilder oder Anschrift und ähnliches von mir haben. Gruß Anna Häggberg.Bätz
Klar, er könnte ja ein paar Cent damit verdienen. Es ging bei dieser maßlos überzogenen Maßnahme der Behörden vordringlich nicht um das Wohl der Tiere, die es überwiegend gut hatten. Dies bestätigen ja auch die Fotos der Tiere, die sich - trotz beengter Bedingungen - in einem normalen Ernährungs- und Pflegezustand zu befinden schienen. Es ging darum, die fiese Staatsmacht zu zeigen und einen unbescholtenen Selbstversorger zu demütigen. Ich gehe davon aus, dass hier viel zu pauschal und mit unangebrachter Härte diese Enteignungsmaßnahme durchgeführt wurde. Man hätte ihm ja auch Auflagen mit Terminen machen können und vielleicht nur die echt zu tierungerecht gehaltenen Tiere wegnehmen können. Doch übergriffige Beamte hat die ganze Härte mit bewußter Inkaufnahme des psychischen Zusammenbruchs des Halters angewandt. Meine Meinung dazu ist lediglich, dass man behördlicherseit nicht stur seinen eiskalten Plan durchzieht, sondern nach Lösungsansätzen mit der tierhaltenden Person durch empathische Kommunikation sucht. Ich zweifle die Verhältnismäßigkeit an.