Weiden. Die Polizei hatte gestern eine unehrliche Finderin angeprangert, die einen Geldbeutel abgeben wollte, dies aber nicht getan hatte. Wie sich herausstellte, hatte die Finderin einfach nur den direkten Weg gewählt.
Am Mittwoch tätigte eine Rentnerin (75) aus dem Landkreiswesten ihre Einkäufe in einem Supermarkt an der Neustädter Straße. Nach dem Bezahlen ließ die Seniorin ihr Portemonnaie im Kassenbereich liegen. Kurze Zeit später fand eine Frau (58) aus Weiden die Geldbörse, samt Personalausweis und weiteren Dokumenten. Sie teilte dies dem Personal mit und wollte die Fundsache zur Polizei bringen. Weil die Finderin wider Erwarten nicht zur Polizeiinspektion kam, wurde von einer Unterschlagung ausgegangen und Anzeige erstattet.
Finderin sehr hilfsbereit
Wie sich nun herausstellte, schien die Finderin nicht nur hilfsbereit zu sein, sondern war dies auch. Anstatt zur Polizeiinspektion zu kommen, wählte sie den direkten Weg. Zunächst rief sie am Mittwochabend die Verliererin zuhause an und erzählte von ihrem Fund. Die Seniorin war darüber natürlich hoch erfreut. Die beiden Frauen vereinbarten, sich am Donnerstagmittag in der Fußgängerzone zu treffen und so fand die Geldbörse wieder zu ihrer Besitzerin zurück.
Bei aller Freude dachte keine der beiden Frauen daran, bei der Polizei Bescheid zu sagen. Als daraufhin die 58-Jährige in der Zeitung von einer „Falschen Finderin“ las, war sie alles andere als erfreut. Sie bat eindringlich um eine Richtigstellung, da sie sich sonst in dem Supermarkt nicht mehr sehen lassen könne.
Dies alles hätte man allerdings durch einen rechtzeitigen Anruf bei der Polizeiinspektion vermeiden können. Die Polizei rät also: „Trauen Sie sich – wir beißen nicht.“

