Callcenter-Betrüger bringen auf besonders perfide Weise insbesondere ältere Menschen um ihre Ersparnisse. Mit verschiedenen Maschen gaukeln sie Notlagen von vermeintlichen Angehörigen vor oder geben sich als Amtspersonen, insbesondere Polizeibeamte aus. Indem sie die Angerufenen unter Druck setzen, versuchen sie diese zur Herausgabe von Geld zu bewegen.
Beinahe wäre eine Nordoberpfälzerin – eine Frau (78 Jahre) aus dem östlichen Landkreis Tirschenreuth – Opfer einer dieser Betrugsmaschen geworden.
Mutter soll Sohn mit Geldzahlung retten – Bankangestellte wird hellhörig
Ein Anrufer soll behauptet haben, dass gegen ihren Sohn ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren laufe, wie Polizeihauptkommissar Josef Weindl, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, erklärt. Der Anrufer soll sich als Polizeibeamter ausgegeben und einen mittleren fünfstelligen Betrag von der Dame gefordert haben, um einen Haftbefehl gegen ihren Sohn abzuwenden.
In Sorge um ihren Sohn hatte die Frau Kontakt mit ihrer Bank aufgenommen. Vor Ort wollte sie den Geldbetrag von ihrem Konto abheben. Zum Glück war eine Bankangestellte hellhörig: Als ihr die Dame den Grund ihrer Geldabhebung erklärte, hatten die Angestellte und die 78-Jährige Kontakt „zum richtigen Sohn“ aufgenommen. Schnell war danach klargestellt, dass er in keinster Weise mit dem Gesetz in Konflikt geraten war.
„Dank des umsichtigen und überlegten Verhaltens der Bankangestellten konnte verhindert werden, dass die 78-Jährige Opfer eines Betrugs wurde“, lobt der Polizeisprecher. Die Ermittlungen zu diesem Fall hat unterdessen die Kriminalpolizei Weiden übernommen.
Vorsicht vor „falschen Polizeibeamten“
Immer wieder macht die Polizei auf derartige Fälle aufmerksam. Wie beuge ich richtig vor? Die Polizei rät:
- Setzen Sie bitte Familienangehörige und Nachbarn über diese Masche in Kenntnis!
- Reden Sie offen in der Familie, insbesondere mit älteren, möglicherweise alleinstehenden Angehörigen, über dieses Phänomen!
- Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte über persönliche Verhältnisse!
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch angeblich dringende Ermittlungen zu einem Einbruch in der Nähe!
- Übergeben Sie nie Geld an Unbekannte!
- Staatliche Stellen fordern niemals auf diese Art und Weise Bargeld oder Wertgegenstände!
- Deponieren Sie keine größeren Bargeldbestände zu Hause!
- Finden Sie eine Vertrauensperson, mit der Sie jederzeit über Geld sprechen können.
- Reden Sie vor Geldtransaktionen mit Ihrer Vertrauensperson.
- Legen Sie bei derartigen Anrufen sofort auf! Verständigen Sie dann den Notruf 110 oder Ihre örtliche Polizei! Verwenden Sie hierfür niemals die im Display angezeigte Rufnummer, sondern die Ihnen bekannte.
- Rufen Sie beim geringsten Zweifel den Polizeinotruf 110. Haben Sie keine Angst anzurufen!
„Lieber einmal zu oft den Notruf genutzt, als Opfer der Betrüger zu werden!“, versichert der Polizeisprecher.

