Um die Rettungskräfte zu entlasten, haben die Johanniter Informationen darüber veröffentlicht, in welchen Fällen der Rettungsdienst in Anspruch genommen werden sollte und welche Alternativen es gibt. Dies soll helfen, Notfallkapazitäten effizienter zu nutzen.
Wichtige Informationen zur Nutzung des Rettungsdienstes
Korbinian Oswald, Leiter der Einsatzdienste bei den Johannitern in Ostbayern, betont: „Immer wieder erleben wir, dass der Rettungsdienst für Fälle gerufen wird, die nicht dringlich sind.“ Solche Einsätze blockieren wichtige Ressourcen, die in echten Notfällen benötigt werden. Die Johanniter erklären daher, in welchen Situationen besser auf den Rettungsdienst verzichtet und stattdessen andere Dienste genutzt werden sollten.
Wann der Rettungsdienst nicht gerufen werden sollte
Für nicht lebensbedrohliche Situationen gibt es Alternativen wie den ärztlichen Bereitschaftsdienst, erreichbar unter der bundesweit einheitlichen Nummer 116 117, oder die KVB-Bereitschaftspraxen. Diese sind für Beschwerden gedacht, die eine ärztliche Behandlung erfordern, aber keinen Notfall darstellen, wie:
1. Leichte Verletzungen oder Infekte wie Schnittwunden, kleinere Verbrennungen oder erkältungsähnliche Symptome.
2. Chronische Erkrankungen, sofern keine akute Verschlechterung vorliegt.
3. Rückschmerzen oder leichtere Beschwerden.
Die Verfügbarkeit des ärztlichen Bereitschaftsdienstes soll sicherstellen, dass die Rettungsdienste für echte Notfälle verfügbar bleiben. „Wenn kein akuter Notfall vorliegt, sollte stattdessen die 116 117 gewählt werden“, fügt Oswald hinzu. Die KVB-Praxen bieten auch abends, nachts und an Wochenenden Behandlungen an, ohne dass dafür der Notruf 112 bemüht werden muss.
Wann ist ein Notruf erforderlich?
Trotz aller Alternativen gibt es klare Situationen, in denen der Rettungsdienst unverzüglich gerufen werden sollte:
– Bewusstlosigkeit
– Atemnot oder Erstickungsgefahr
– Schwere Verletzungen oder Blutungen
– Anzeichen eines Schlaganfalls, wie plötzliche Lähmungen oder Sprachstörungen
– Starke Brust-, Bauch- und/oder Rückenschmerzen
„Im Ernstfall zählt jede Sekunde“, sagt Oswald. Der ärztliche Bereitschaftsdienst und die KVB-Bereitschaftspraxen sind allerdings gut ausgerüstet, um für alle anderen medizinischen Fälle die richtige Hilfe zur richtigen Zeit bereitzustellen.
Die Johanniter in Ostbayern bieten eine breite Palette an Diensten, um den Menschen in der Region Unterstützung anzubieten. Mit über 1.800 Mitarbeitern und rund 600 ehrenamtlichen Helfern engagieren sie sich in zahlreichen sozialen und medizinischen Bereichen.

