Am Dienstagvormittag wurde die Verkehrspolizeiinspektion Weiden darüber informiert, dass bei der Stadt Weiden zwei Männer einen Wohnsitz anmelden wollen. Diese hatten dafür jeweils eine griechischen und eine slowakische Identitätskarte vorgelegt. Die zuständige Sachbearbeiterin der Einwohnermeldebehörde hielt daraufhin Rücksprache mit der Ausländerbehörde der Stadt, die sich wiederum zur Überprüfung der Identitätskarten an die Verkehrspolizeiinspektion wandte.
Total gefälschte Identitätskarte
Vor Ort trafen die Beamten eine der beiden Personen an. Dabei stellten die Polizisten fest, dass es sich bei der vorgelegten Identitätskarte um eine Totalfälschung handelte. Die Person wurde festgenommen und zur weiteren Sachbearbeitung und Klärung der Identität auf die Dienststelle gebracht. Die zweite Person – die eine griechische Identitätskarte vorlegte – war verschwunden, konnte aber nach näheren Ermittlungen im Stadtgebiet Weiden am Abend festgenommen werden. Auch da wurde festgestellt, dass die griechische Identitätskarte gefälscht war.
Die zwei Personen waren Georgier
In Wahrheit handelte es sich bei den beiden Männern um georgische Staatsangehörige, die sich als EU-Bürger ausweisen wollten. Zuständigkeitshalber wurde die Sachbearbeitung an die Weidener Kripo übergeben, die die weiteren Ermittlungen führt.
Was versteht man unter „Behördenfahndung“?
In einem Europa ohne Grenzkontrollen sind die Meldebehörden und Ausländerämter die „Grenzkontrollen“ von heute. Durch unerkannte gefälschte Dokumente erschleichen Täter eine Meldebescheinigung oder einen Aufenthaltstitel und dadurch ein von amtlicher Seite ausgestelltes Dokument, welches bestätigt, dass die ursprünglich vorgelegten Dokumente, wie Identitätskarte, Pass, Führerschein oder Fahrzeugschein, echt sind oder waren. So entsteht unter Umständen eine neue Identität, mit der Gewerbeanmeldungen, Sozialleistungen oder Kreditverträge „legitimiert“ werden können.
Um diesen Missbrauch entgegenzuwirken, kooperieren die Fahndungsdienststellen der Bayerischen Polizei seit dem Jahr 2010 mit den Zulassungs- und Führerscheinstellen, sowie den Ausländerämtern. Die Zusammenarbeit mit den Meldebehörden wurde Mitte 2017 intensiviert. Flächendeckend werden von der Polizei Dokumenten-Multiplikatoren eingesetzt, um die Städte und Gemeinden bei der sogenannten „Behördenfahndung“ zu unterstützen.
Die Dokumenten-Multiplikatoren der Verkehrspolizeiinspektion Weiden arbeiten seit Jahren im engen Austausch erfolgreich und vertrauensvoll mit der Ausländer- und Meldebehörde, sowie der Führerschein- und Zulassungsstelle der Stadt Weiden zusammen. Im Jahr 2022 konnten so insgesamt 848 Dokumente für die Behörde auf deren Echtheit überprüft, dabei 13 Unregelmäßigkeiten, also Fälschungen oder Verfälschungen festgestellt und entsprechende Strafverfahren eingeleitet werden.

