Weiden. Mehrere unerlaubte Feiern und Treffen hat die Polizei am Wochenende aufgelöst. In einem Fall hat eine handfeste Auseinandersetzung die Partystimmung unter den Feiernden selbst beendet.
Ein „Umtrunk“ in der Nikolaistraße hat einen turbulenten Verlauf genommen, wie die Polizei mitteilt. Drei Männer und eine Frau hatten sich in der Wohnung einer Weidenerin (36) trotz der derzeitigen Beschränkungen auf einen „Umtrunk“ getroffen. Doch friedlich ist das nicht abgelaufen: Wegen einer Meinungsverschiedenheit sind die Fetzen geflogen, bis die Frau ihren Gast (39) aus der Wohnung geschmissen hat.
Er soll im Treppenraus randaliert haben, nachdem er aber die Türe zur Wohnung der Frau eingeschlagen hat, wurde die Polizei verständigt. „Den Beamten gegenüber hat der Wüterich mehrfach versucht, seine wahren Personalien zu verschleiern. Ihm wurde aber partout die Behauptung nicht abgenommen, dass sein Name gleichlautend mit einem wenig feinen Wort für das hintere Ende des Verdauungstraktes wäre“, erklärt ein Polizeisprecher.
2,86 Promille und viele Anzeigen
Nachdem alle Personalien festgestellt waren, hat die Polizei mehrere Anzeigen gegen den 39-Jährigen erstattet, unter anderem wegen Sachbeschädigung und Angaben falscher Personalien. Er, die Wohnungsinhaberin, sowie ein Weidener (47) und ein Mann (44) aus dem Landkreis Neustadt/WN erwarten Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz.
Prosit Neujahr: Bei dem 39-Jährigen hat ein Alkotest einen Wert von 2,86 Promille ergeben. Wie die Polizei mitteilt, haben die Polizisten ihn wegen seiner ungebrochen aggressiven Haltung in Unterbindungsgewahrsam genommen, wo er bis zum Morgen in der Arrestzelle der Polizei Weiden ausgenüchtern konnte. Der Schaden an der Wohnungstür liegt laut Angaben der Polizei bei 250 Euro.
Polizei löst Zusammenkünfte auf
Außerdem haben zwei weitere Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz die Polizei beschäftigt. In einem Fall soll eine Gruppe junger Leute einen Mann im Bereich Hopfenweg „verfolgt“ haben. Außerdem sollen sie Böller geworfen haben, wie der Anrufer der Polizei erklärt hat. Der Mann ist zu einem Bekannten geflüchtet und hat die Polizei verständigt.
Die Polizei hat vor Ort vier Weidener zwischen 17 und 22 Jahren festgestellt -alle aus verschiedenen Haushalten. Auch sie haben mit Anzeigen wegen Verstößen gegen das geltende Infektionsschutzgesetz zu rechnen. Noch dazu hat ein 22-Jähriger zu Fuß statt mit dem Fahrrad nach Hause gehen müssen, weil ein Alkoholtest einen Wert von 1,62 Promille ergeben hat.
Im zweiten Fall haben Nachbarn eine lautstarke Geburtstagsfeier im Karl-Heilmann-Block gemeldet, die die Polizei beendet hat. Durch das offene Fester war der Partylärm deutlich zu hören. Sechs Erwachsene aus mehreren Haushalten und vier Kleinkinder waren in der Wohnung eines 36-Jährigen zusammen gekommen. Die Gäste müssen mit Anzeigen und Bußgeld rechnen, wie die Polizei mitteilt. „Die Personenzahl wurde abschließend von den Beamten durch entsprechende Platzverweise reduziert, womit sich die ‚Ansammlung‘ wieder im Rahmen des Zulässigen bewegte“, teilt der Polizeisprecher mit.
Treffen „zur Waldrast“: Kein triftiger Grund
Eine Weidenerin (20) und ein Grafenwöhrer (27) haben sich außerdem Samstagnacht gegen 21:45 Uhr unerlaubt im Bereich „Zur Waldrast“ getroffen. „Besonders pikant: Die junge Frau hatte sich einige Tage zuvor bereits bei der PI Weiden telefonisch erkundigt, ob sie sich wegen eines (ebenso fadenscheinigen) Grundes ‚ausnahmsweise‘ über die Ausgangsbeschränkungen hinweg setzen dürfe“, erklärt der Polizist. Die Beamten haben die Ordnungswidrigkeiten angezeigt.
Keine Maske – Streit am Macerata-Platz
Außerdem hat die Polizei einen Streit zwischen einer „Frau ohne Maske“ und einer Gruppe am Macerata-Platz geschlichtet. Die Dame, die tatsächlich keine Maske getragen hat, soll behauptet haben ein entsprechendes Attest zu besitzen, das sie wegen „Gesundheitsgefährdung“ davon befreit eine Maske zu tragen. „Auf Aufforderung weigerte sie sich aber beharrlich, dieses Attest vorzuzeigen, weshalb gegen sie Anzeige nach dem Infektionsschutzgesetz erstattet wurde“, teilt der Polizist mit.
Zu alledem war der von ihr mitgeführte Personalausweis bereits einige Zeit abgelaufen, was ihr eine weitere Anzeige einbracht hat. Der Grund für den „Streit“ ist laut Polizei nicht geklärt, zu Straftaten kam es hier nach bisherigen Erkenntnissen nicht.

